NAR…was ist das?

Die „Neue apostolische Reformation“ kurz: NAR

Die neue apostolische Reformation (NAR) ist eine dominionistische Bewegung, die behauptet, dass Gott  die verlorenen Ämter der Kirchenleitung wieder herstellen wird, nämlich die Ämter der Propheten und Apostel. Propheten und Apostel als besondere „Hochbegabte Leiter“ (Ungeachtet dessen, dass zur heutigen Zeit das allgemeine Priestertum der Gläubigen gilt, nachdem jeder Gläubige ein Priester/Diener Gottes ist und prophetische Rede empfangen kann)

Führende Persönlichkeiten in dieser scheinbar lose organisierten Bewegung behaupten, dass diese Propheten und Apostel allein die Macht und Autorität hätten, Gottes Pläne und Absichten auf der Erde ausführen. Sie glauben, dass sie den Grundstein für eine weltweite Kirche legen, die von ihnen regiert werden wird.

Sie legen mehr Wert auf Träume, Visionen und extra-biblischen Offenbarung als auf die Bibel, indem sie behaupten, dass die ihnen geoffenbarten Lehren und berichtete Erfahrungen (z. B. Ausflüge in den Himmel, persönliche Gespräche mit Jesus, Besuche von Engeln) nicht durch die „alten“ Schriften geprüft werden könnten.

 

„… Nun, die neue apostolische Reformation ist nicht neu, sie ist nicht apostolisch, und  sie ist keine Reformation. Aber es ist eine schnell wachsende Bewegung durch einige von den immer gleichen falschen Lehrern und falschen Leitern, die es immer schon immer in der Charismatik gegeben hat. Immer wird der Heilige Geist entehrt, immer wird die Schrift entehrt und immer wird nach Zeichen und Wundern, Träumen und Visionen geschrien.“ ~ John MacArthur

 

Schnell einige Tatsachen auf den Punkt gebracht:

– auch unter den Stichworten: Dominionismus, dritte Welle, Spätregen, Königreich jetzt, Joels Armee, Manifested Sons of God, charismatische Erneuerung
– Gründer war C. Peter Wagner, der behauptete, die Kirche des 21. Jahrhunderts werde von Aposteln und Propheten angeführt. Wagner hat selbst NAR-Leute zu Aposteln gesalbt (einer davon Bill Johnson/ Bethel Church)

-verbunden mit den Kansas City Propheten, welche die grandiose Behauptung aufstellten, dass eine „neue Rasse“ an Superpropheten auf diesem Planet ankommen würde, die die Welt für immer verändern würden, auch Word Faith und diverse Pfingstlichen Bewegungen haben dieses Gedankengut angenommen

-nicht einer Gruppierung oder einem Bund angeschlossen, sondern einzig geleitet von angeblichen Aposteln und Propheten

-lehrt, dass diese neuen Apostel und Propheten die Leiter der sich weiterentwickelnden Kirche sein werden

-behauptet, dass es eine größere Reformation geben wird, als die Reformation der Protestanten

-behaupten , sie hätten direkte Offenbarung von Gott und viele erklären dass Jesus in Person sie besucht hätte. Einige von ihnen sagen, dass sie den Himmel schon viele Male besucht hätten und dort mit Jesus, den Aposteln und Propheten gesprochen hätten

-Abwertung der Bibel und des Grundsatzes „Sola scriptura“(„Allein die Schrift“)

-erlebnisbasierte und auf Gefühlen gegründete Theologie

-verharmlost und praktiziert Mystizismus

 

 

Allgemeine Merkmale

Hier sind 6 der Überzeugungen, die Anhänger der NAR gemeinsam teilen:

1. „Apostel“

Wir sind in einem „zweiten Apostolischen Zeitalter.“ Es gibt heute neue Apostel auf der Erde, durch Auflegung der Hände gesalbt und um für Gott hier auf der Erde zu sprechen und ihn zu vertreten. Diese „Super-Apostel“ entsprechen angeblich den ursprünglichen Aposteln – diejenigen, die Zeuge waren von Jesu Leben, Tod und Auferstehung und die in ihren Dienst direkt durch Jesus selbst eingesetzt wurden. (Die Apostel selbst setzten auch keine neuen Apostel mehr ein, sondern Diakone)

Da diese neuen Apostel von Gott beauftragt sind, kann ihre Autorität nicht in Frage gestellt. (Da gibt es dann auch schon mal das Absprechen der Heilsgewissheit und Flüche, sollte doch einer auf die Idee kommen…siehe Todd Bentley…) Über das Thema der Apostel gibt es einen Blogeintrag „Gibt es heute noch Apostel?“

(2) Das Königreich …wie im Himmel so auf Erden, Tranformation…..

Anstatt das Evangelium vom Kreuz zu predigen, arbeiten apostolische Führer daran, das Evangelium des Königreich des Himmels auf die Erde zu bringen.  Sie tun dies, in dem sie daran arbeiten, in den weltlichen Regierungen immer mehr Einfluss zu bekommen. Die „Sieben Berge“ Lehre bedeutet, den Fuss in die Türen der verschiedenen Bereiche der Gesellschaft zu bekommen, die da wären:

Regierung, Medien, Unterhaltung, Bildung, Wirtschaft, Familie und Religion

Die Leiter sprechen oft davon Städte zu verändern, zu transformieren und organisieren Gebetsmärsche um gegen dämoische Festungen zu befehlen. Statt Christuszentriert zu sein, sprechen sie lieber von den Umwälzungen die diese Welt angeblich erleben soll.

 

3. „SCHICKSAL“ „PRÄSENZ“ „GLORY“

Auch wenn Mitglieder nicht immer Charismatiker sind, so betonen sie häufig eine Manifestation, die sie „Glory“(Herrlichkeit) und „Gottes Gegenwart“ nennen. Sie glauben eine besondere Salbung zu haben, mit der sie direkte Offenbarungen Gottes empfangen, Heilungen und andere Zeichen und Wunder tun können. Sie lehren, dass unsere Bestimmung sei, unser Traumziel zu erreichen, so dass wir die Welt verändern können.

 

4.Revival

Erweckung ist das höchste auf der Skala und der Schlüssel in dieser Bewegung. Es gibt eine starke Betonung auf eine „End-Zeit-Ernte“ durch ein großes Erwachen, das wir einleiten können.  Oft sind diese Erweckungen in Stadien und Millionen auf der ganzen Welt via live-Stream-Technologie erreichen; Sie werden vermarktet und produziert wie Rockkonzerte. Alle Schriftstellen über einen großen Abfall in den Gemeinden zur Endzeit  werden ignoriert, und ersetzt mit Happy-clappy Behauptungen über das nächste große Ding, das immer gleich um die Ecke ist.

 

5. „EINHEIT“

 

 

Einheit (auf Kosten der biblischen Lehre) wird fast immer als das wie und warum in dieser Bewegung benutzt.  Einheit um den der Himmel auf die Erde zu bringen führt zu einer Verwischung der dogmatischen und konfessionellen Linien, es gibt oft eine Zusammenführung von bekannten Führern sämtlicher Ausrichtungen (charismatisch, reformiert, Word of Faith ,Emergent, Progressive und römische katholische Kirchen, alles unter einem Dach.

Zu guter Letzt verlassen NAR Kirchen fast immer einen großen christlichen Bund.

(wie z.B: Assemblies of God, Baptisten, Bund freier Pfingstgemeinden, etc.)

Was nicht heisst, dass nicht auch innerhalb der Bünde verschiedene Strömungen und Einflüsse aus der NAR zu finden sind.

(6) NAR BESTREITET DIE HINLÄNGLICHKEIT DER SCHRIFT.

NAR Anhänger können zwar an die Unfehlbarkeit und Autorität der Bibel glauben, aber Gottes Wort  ist einfach nicht genug für sie. Der Opfertod Jesu für unsere Sünden ist nicht gut genug; die Verheißung des ewigen Lebens im Himmel ist nicht gut genug.

Staats-und Regierungschefs:

Der Gründer der neuen apostolischen Reformation ist der Spezialist für Gemeindewachstum C. Peter Wagner. Wagner war bis zu seiner Emeritierung Professor für Gemeindewachstum in Schule der Weltmission am Fuller Theological Seminary. Bis vor kurzem er war Präsident der Global Harvest Ministries und ist derzeit Präsident des Wagner Leadership Institute. Als prominentes Mitglied im internationalen Rat der Apostel wurde Chuck Pierce sein Nachfolger.
„Apostel“ und „Propheten“ und andere in der NAR-Bewegung:

Peter Wagner, Chuck Pierce, Bob Jones, Paul Cain, Cindy Jacobs, Mike Bickle (IHOP), Rick Joyner, Bill Johnson (Bethel Church Redding), Todd Bentley („Lakeland-Revival“ Morningstar Ministries) Lou Engle („The call“, „Azusa now“), Brian & Bobbie Houston (Hillsong church), Becky Fischer, Brian Simmons (Autor der „Passion Translation“), Steve Shultz („The Elijah list“), Michael Brown, Rod  Parsley…

…mehr:

John Kelly, Bill Haman, Cindy Jacobs, Dutch Sheets, James Goll, John Eckhardt, Jim Laffoon, Jack Deere, Johnny Enlow, Barbara Yoder, Charles Kraft, Bob Beckett, Che Ahn, Naomi Dowdy, Mary Crum, Jack Hayford, John Arnott, Stacy Campbell, Patricia King, Phil Pringle, Yonggi Cho, Beni Johnson, Jen Johnson, Kris Vallotton, Carl Lentz, David Barton, Steven Strang, Robert Stern, Stephen Strader, George Otis, Ed Silvoso, Janet Porter, George Barna, Mary Glazier, Thomas Muthee, Tom Hess, Samuel Rodriguez, Eddie Smith, Lance Wallnau, Loren Cunningham, Bob Beckett, Os Hillman, Jacqueline del Rosario, Jill Griffith, Francis Oda, Graham Power, Francis Frangipagne, Wendy Alec, Amanda Wells, Katherine Ruonala, Lana Vawser, Kong Hee & Sun Ho, Theo Wolmarans, Jennifer LeClaire und viele andere…

Prüft sie anhand dessen was sie lehren und leben.

 

In einer Reihe von Blog Beiträgen, lässt  Amy Spreeman Leser zu Wort kommen, die von ihren Erfahrungen in einer NAR Kirche berichten und erzählen was passierte, als Gott ihnen die Augen für die Wahrheit geöffnet hat. Sie können ihre Geschichten lesen. (demnächst wird es eine Rubrik „Lebenszeugnisse geben“.

Was die Bibel sagt:

„Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch sein werden falsche Lehrer, die verderbliche Irrlehren einführen und verleugnen den Herrn, der sie losgekauft hat; die werden über sich selbst herbeiführen ein schnelles Verderben.“

Was können Sie tun?

Zuerst beten!  Dann machen Sie IHRE Hausaufgaben. Forschen Sie selbst in der Bibel und lesen Sie Schriftstellen immer im Zusammenhang! Beten Sie dass Gott sie in die Wahrheit führt und folgen sie nicht einfach dem was alle tun. Wenn Ihre Kirche einen Teil der oben genannten sechs Merkmale hat, sollten Sie demütig Ihre Leiter warnen.

Hilfreiche Artikel:

http://bereanresearch.org/nar-prophets-claim-three-streams-will-one/

Aus dem Englischen übersetzt von

http://bereanresearch.org/dominionism-nar/

Kursivschrift:Bemerkungen und eingefügte Bilder:Sophia Scholl

Advertisements

Benny Hinn und Bill Johnson

 

Benny Hinn, Brenda und Bill Johnson zeigen sich freundschaftlich verbunden.

2016 fand eine Konferenz von Benny Hinn Ministries statt, die „Jesus Conference in Orlando“ auf der auch Bill Johnson zu treffen war.

Mit von der Partie der Schwiegersohn und die Tochter von Benny Hinn, der Vater seines Schwiegersohnes, leider auch Daniel Kolenda, den ich sehr dafür schätze, dass er zahlenmäßig sehr dazu beigetragen hat, das Evangelium in Afrika zu verbreiten. Das soll er unbedingt auch weiter tun! Es ist nur schade zu sehen, dass es diese Koalition  mit so unguten, ungeistlichen Heiligen-Geist Bläsern und Fakeheiliern wie Benny Hinn gibt.

Übrigens  hat Benny Hinn einen Neffen, der sich von den Werken seines Onkels distanziert und sich dazu in folgendem Artikel inclusive Videos äußert:

http://pulpitandpen.org/2017/02/17/stop-calling-error-anointed/

 

 

 

 

 

 

 

 

Bethel Music/Hillsong-was wird hier angebetet?

Über christliche Musik ist schon viel diskutiert worden und es gehen die Meinungen auseinander wie christliche Musik zu sein hat und wie nicht, ob man damit Geld verdienen darf oder nicht, usw., usw.

Mir persönlich geht es nicht darum, bestimmte Lieder zu verbieten, oder Songs zu zerpflücken.

Musik kann so viel, aufbauen, mich abholen wo ich stehe,…sie drückt auf vielfältige Art und Weise menschliche Gefühle aus. Es ist nicht immer leicht zu unterscheiden, wann Musik Unterhaltung ist und wo sie in den Lobpreis und in die Anbetung geht.

Es ist gut, dass in den letzten Jahrzehnten auch im christlichen Bereich viel Neues dazu gekommen ist.

Es ist absolut bereichernd, dass immer wieder „ein neues Lied“ gesungen wird und das ist eben auch immer Ausdruck des ganzen Menschen, wie er empfindet. Wäre alle christliche Musik immer noch im Schlagerstyle, könnte ich mich damit nicht ausdrücken.

 Viele Liedtexte von Bethel Music und Hillsong haben wir immer gesungen und nichts daran auszusetzen gehabt. Auch heute gibt es aus dieser Richtung Lieder, an denen textlich nichts auszusetzen ist.

Es soll hier nicht darum gehen, einzelne Lieder zu denunzieren. Der übersetzte Artikel unten soll dazu anregen, sich mit den Hintergründen der heutigen christlichen Musikindustrie (vor allem eben von Bethel und Hillsong) auseinanderzusetzen, in letzter Zeit nimmt der NAR Zug ziemlich an Fahrt auf und viele, viele Künstler springen auf ihn auf.   Die Musik dient geradezu als Köder, den die dahinterstehenden Gemeinden auswerfen um ihre Werke zu finanzieren und ihre NAR Lehren verbreiten zu können. Jemand der so gute Musik macht, kann doch nicht falsch liegen?!?

Es heißt es wachsam zu sein, wohin es auch mit der Lobpreismusik geht. Nicht zu guter Letzt wird mit den verkauften CD`s die Gemeinde dahinter bezahlt. Auch die einzelnen Musiker leben nicht schlecht davon. Grund genug, zu schauen, ob wir mit ihnen geistlich am gleichen Strang ziehen oder nicht.

Der folgende Artikel ist aus dem Englischen übersetzt und von mit durch das kursiv geschriebene noch ergänzt worden.

 

 

von „Pulpit and Pen“ („Kanzel und Stift“)

geschrieben von Jeff Maples 9.Mai 2016

Bethel Music – unfruchtbare Werke der Finsternis

Wenn Sie „Pulpit & Pen“ regelmäßig verfolgen, wissen Sie, dass wir die zeitgenössische christliche Musikbewegung schon behandelt haben. Auch einige ihrer führenden Personen,  einschließlich Kari Jobe von Hillsong. Es ist kein Geheimnis, dass wir glauben, dass die unerbittliche Vermarktung von dieser „fleisch-fütternden“ ekstatischen Musik  die Erbauung des Leibes Christi nicht fördert.

Aber vielleicht ist Bethel Music eine der Organisationen, die am ruchlosesten ihre giftigen Abgase versprüht.

Laut Wikipedia ist Bethel Music eine Gruppe Künstler aus dem Arbeitszweig des Anbetungsdienstes in der Bethel Church in Redding, Kalifornien. Einige der Künstler sind Brian Johnson, Jenn Johnson, Jeremy Riddle, Amanda Cook, William Matthews, Kristene DiMarco (von Jesus Culture, auch aus Bethel Church) und einige andere.

Bethel Music ist bekannt für seine populären Lieder, wie „Amazing Grace“ und „We Will Not Be shaken“ , die in Kirchen weltweit am Sonntagmorgen gespielt werden. Natürlich, einige ihrer Songs scheinen oberflächlich betrachtet ganz gut zu sein, aber ist dies nur ein trügerische Köder an dem Sie hängen?  Sogar Satan selbst gibt sich als Engel des Lichts aus (2. Korinther 11:14), und er ist immer auf der Suche danach jemanden zu verschlingen (1. Petrus 5:8). Das ist der Grund, warum wir nüchtern und wachsam sein müssen, und immer die Augen offen haben müssen, Täuschungen zu erkennen.

Bethel Musik fördert schamlos falsche Lehre. Lassen Sie uns klar sein, all die Musik, die von dieser Kirche kommt, wurde entworfen um Menschen heran zu ziehen und ihnen die Botschaften der Bethel Church zu verbreiten.

Unter der Leitung von Bill Johnson fördert die Kirche eine Botschaft, die Anti-Evangelium und sektiererisch ist.

Bethel ist eine „Neue Apostolische Reformation (NAR) Kirche“, die ruchlose Theologien wie die der „Word of Faith-Bewegung“, des „Dominionismus“ , der „Spätregen-Lehre“ und  der „Joels Armee“ fördert. Unten ist ein Video von Bethel Church zu sehen, in dem sie etwas praktizieren, das sie „Feuer Tunnel“ nennen. Menschen durchqueren diesen Tunnel, während andere Segen und Heilung über ihnen aussprechen.

 

 

NAR ist eine Bewegung, die Erfahrungen über lehrmäßige Wahrheit erhebt. Oft werden Sie hier Überzeugungen antreffen, die wiedersprüchlich sind zu der grundlegenden christlichen Lehre über Gottesdienst, Gebet und Anbetung.

Bethel Pastor, Bill Johnson, der von C. Peter Wagner als Apostel benannt wurde, setzt sich weniger für Schriftwissen ein, sondern befürwortet vielmehr außer-biblische Erfahrungen als Beweis für eine Beziehung zu Gott. Er sagt in seinem Buch: „when Heaven Invades Earth“:


„Diejenigen, die sich aufgrund ihres geistigen Verständnisses der Schrift sicher fühlen, genießen ein falsches Gefühl der Sicherheit. Keiner von uns hat ein voller Verständnis der Heiligen Schrift, aber wir alle haben den Heiligen Geist. Er ist unser gemeinsamer Nenner, der uns immer  in Wahrheit führen wird. Aber, um ihm zu folgen, muss man bereit sein, von der Landkarte weg zu folgen – weiter zu gehen als wir es bisher kannten. (Johnson, s. 76)“

——————————————————————————————————————————-

 

Video von Jenn Johnson von Bethel Music über ihre Vorstellung vom heiligen Geist

https://www.youtube.com/watch?v=WCMVfCfVfIo

Video von Kari Jobe von Jesus Culture als gutes Beispiel, wie persönliche Erfahrungen, die an warme Gefühle appelieren von klarer biblischer Botschaft wegführen können. Träume und Visionen, die im harmlosesten Fall seelisch, im schlimmsten dämonisch sind. Sie sagt auch, sie habe Gott gesehen…

——————————————————————————————————————————

Dies ist eindeutig ein Angriff auf die Vollständigkeit und Hinlänglichkeit der Schrift und fördert außerbiblische Offenbarung. Es ist kein Wunder, dass das meiste ihrer Musik  flach und geschmacklos ist. Johnson war auch dabei beteiligt den falschen Propheten Todd Bentley wieder auf die Hauptbühnen des „Christlichen Show Business“ zu bringen.  Bentley, der behauptet, die Menschen von den Toten auf zu erwecken, ist ein falscher Lehrer, der Word of Faith Theologie fördert und falsche Zeichen und Wunder vorführt.

Aber wenn das nicht reicht, Bethel Church lud vor kurzem Heidi Baker ein, damit sie Dämonen übermitteln und Zauberei in die Gemeinde bringen kann.

Dies ist rein dämonische Hexerei, und es gibt absolut nichts christliches daran.

Die neue apostolische Reformation ist die treibende Kraft hinter der modernen Anbetung.

Sie verwenden eine trügerische Taktik… ein bisschen Wahrheit vermischt mit Fehlern um ihrer Musik eine Form von Heiligkeit zu verleihen. Aber die Tatsache ist, dass viel von dieser Musik, die aus dieser dämonischen Mitte der Finsternis kommt, dazu ausgelegt ist, Ihren Geist zu leeren. Das tut sie durch Verwendung sich immerwährend wiederholender Texte, sinnlicher Musik und mit fleischlichen Erfahrungen, die Sie in einen hypnotischen, tranceähnlichen Zustand versetzen.

Zu den hier erwähnten „fleischlichen Erfahrungen“, zählt sicher das „Trunkensein im Geist“, der Hype um die angebliche Glory cloud, das in den Vordergrundstellen der Musiker, das Gefühl auf einem riesigen Konzert Party zu machen….aber auch einfach der Schwerpunkt der Texte, der meistens auf dem Menschen liegt….

Ein Beispiel hierfür wäre der Jesus Culture Song „Fill Me Up“, in dem diese Phrase immer und immer wieder wiederholt wird, um zu einem veränderten Zustand des Geistes einzuladen und sich selbst für alle möglichen Vorstellungen zu öffnen.

John MacArthur sagte über diese Art von Musik: „..Das ist Paganismus (Heidenkult). Dies ist der Kundalini-Kult… Dies ist, was Hindus tun.“

 

Hier sei auf die Artikel und Videos von Andrew Strom hingewiesen, der auch auf den Kundalini-Geist eingeht, der zu zuckenden, unbeherrschten, irren Manifestationen führt.


… Ich werde mit meinem Geist Lob singen, aber ich werde auch mit meinem Verstand singen. –

1. Korinther 14:15

 

Neben der schlechten Theologie in einem Großteil der Musik-Lyrik, liegt das größere Problem in der Musik selbst. Es steht außer Frage, dass Bethel Music besteht, um Geld zu verdienen und ihre Ideologie, falsche Zeichen und Wunder, und den sogenannten Dienst ihrer Leiter zu fördern.

 

Aber die Musik, die sie einsetzen und die erstmal heilig aussieht, dient dazu, die Menschen für das Unheilige zu gewinnen. Die meisten Menschen nehmen an, dass alles wunderbar ist, weil Bethel Music und Jesus Culture als „Christliche Musik“ gelabelt sind, aber das ist sie nicht wirklich.  Die Musik dient dazu, Gott aus wahrer Anbetung in Geist und Wahrheit zu verdrängen (John 04:24), und fördert die Sänger oder sogar die Musik selbst als die Objekte der Anbetung.

Vergleiche mal alte Lieder oder die Psalmen mit diesen mainstreamigen christlichen Songs. Die Botschaften sind leider so oft so wellnessmäßig, dass sie wohl auch kaum noch auf Widerspruch von Nichtchristen treffen würden. Manch Song würde vielleicht sogar ein New Age Anhänger mitsingen, weil die Botschaften so weichgewaschen sind. Mir persönlich geht es zu oft um heididei Gefühle, es ist gut zu singen, dass ich frei und ohne Angst bin. Aber wenn nicht mehr erwähnt wird, wovon ich gerettet wurde, welchen Preis es gekostet hat, und dass ich UNVERDIENT geliebt bin (und nicht weil ich so toll bin und  Gott ja gar nicht anders kann, als sich für mich zu opfern).

Wahre Anbetung schaut von sich weg. Wer in Wahrheit und Geist anbetet, stellt Gott und nur IHN in den Mittelpunkt. Es geht nicht mehr um mich, sondern wer Gott ist. Das sollten auch die Texte aussagen, denke ich.

Hillsong, die weltweiten Marktführer „christlicher“ Musik, haben auf einer Frauenkonferenz in New York den Vogel abgeschossen.

Der „nackte Cowboy“ sollte wohl die Stimmung aufwärmen, das Eis brechen oder was auch immer.

Nachdem sich viele Christen in der Richtung wohl als humorlos erwiesen, liess sich der Sprecher der Hillsong church zu einer Stellungnahme hinreissen, in der er sagte, der Cowboy wäre nicht richtig nackt gewesen und das käme aber so auch nicht wieder vor.

Welche Konsequenzen dieser hüllenlose Auftritt des Jugendpastors in New York hatte, weiß man nicht.

 Wie nach diesem spektakulären Auftakt zu einer halbwegs tiefgehenden Anbetung gefunden wurde, ist ein weiteres Rätzel. Das ganze zeichnet ein Bild davon, wie weit es mit der Heiligkeit her ist. Irgendwo zwischen Konzerten, Autogrammen, und Megaparty muss das Unterscheidungsvermögen verloren gegangen sein.

Eine Frucht von Respektlosigkeit gegenüber der wahren Aufgabe, die wir als seine Gemeinde haben.

Theater statt Gottesdienst.

Schlechte Frucht.

 

Dies ist Mainstream-zeitgenössische christliche Musik. Sie ernährt das Fleisch (im geistlichen Sinne) und schwächt unsere Mission (Galater 05:16). Bethel-Musik sucht, in seiner unersättlichen Gier nach mehr Anhängern, jemand zu verschlingen der juckende Ohren (2 Tim 4:3) hat. Die Schrift befiehlt uns, diese falschen Lehrer zu vermeiden, -diese Arbeitnehmer der Finsternis, die schlechte Früchte produzieren-, um absolut nichts mit ihnen zu tun haben, vielmehr sollen wir sie aufdecken (Eph 05:11). Christen müssen sich abwenden von ihrem fleischlichen/seelischen Verlangen nach unheiliger Anbetung und sich auf das konzentrieren, was in den Augen Gottes annehmbar ist und was ihm allein die Ehre gibt.

„Und stellt euch nicht dieser Welt gleich,
sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes,
auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist,
nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“
Römer 12,2


http://pulpitandpen.org/2016/05/09/bethel-music-unfruitful-works-of-darkness/

 

weitere Links zum Thema:

https://pointingtojesus.blogspot.de/2014/04/the-dangerous-teachings-of-jesus.html?m=1

 

 

 

Sonderlehren der Römisch-Katholischen Kirche

von Dr. Lothar Gassmann

Die Römisch-Katholische Kirche hat viele Sonderlehren eingeführt, die sich nicht durch klare Aussagen der Heiligen Schrift belegen lassen, sondern die im Widerspruch zu Gottes Wort stehen, so etwa die folgenden, nach Jahreszahlen geordnet:

• 355: Der römische Bischof beansprucht: Er sei der Papst, der direkte Nachfolger des Apostelfürsten Petrus.

• 375: Heiligenverehrung (nach Röm 1,25 Götzendienst) wird offiziell eingeführt.

• 397: Als Folge davon entwickelt sich der Reliquienkult (Überreste von verstorbenen Bischöfen und Heilig gesprochenen werden als wundertätig verehrt; magisches Denken).

• 431: Maria, die Mutter Jesu, wird als »Mutter Gottes« oder »Gottesgebärerin« dogmatisiert.

• 529: Es bilden sich die ersten Mönchsorden (Benediktiner) in Italien.

• 550: Einführung des »Sterbesakraments« (letzte Ölung)

• 592: Behauptung eines »Fegefeuers« nach dem Tod

• 688: Kreuze aus Holz, Stein oder anderen Materialien sollen angebetet werden.

• 715: Heilige sollen im »Gebet« angerufen werden können (nach 3. Mo 19,31 Spiritismus).

• 787: Bilder können verehrt werden (entgegen dem Bilderverbot aus 2. Mo 20,4).

• 1074: Die Priester sollen ehelos bleiben (Zölibat; entgegen 1. Tim 4,1-5; 1. Kor 9,5).

• 1100: Seelenmessen für Verstorbene werden eingeführt.

• 1115: Der Ablass wird eingeführt (Freikauf von zeitlichen Sündenstrafen aus dem Fegefeuer durch Bußleistungen oder Geld).

• 1208: Das Rosenkranzbeten wird eingeführt (»Gebet« zu Maria; Spiritismus).

• 1215: Die Transsubstantiationslehre wird dogmatisiert (substantielle Verwandlung des Brotes und Weines in den Leib und das Blut Jesu Christi zur Sündenvergebung).

• 1246: Einführung von »Fronleichnam« (Verehrung des »Leibes Christi« bzw. der Hostie im Tabernakel).

• 1414: Der Wein wird dem Kirchenvolk vorenthalten, es bekommt nur noch die Hostie (das Brot) – gegen Mt 26,27: »Trinket alle daraus!«.

• 1545: Tridentinisches Konzil mit folgenden Beschlüssen der katholischen Kirche. Unter anderem: 1563: 1. Wer behauptet, allein durch den Glauben werde der Sünder gerechtfertigt, der sei ausgeschlossen! (aus der Kirche, von der Erlösung) 2. Wer behauptet, die empfangene Gerechtigkeit werde nicht vor Gott durch gute Werke vermehrt, sondern diese Werke seien nur Früchte und Zeichen der erlangten Rechtfertigung, der sei ausgeschlossen!

1564: Die Apokryphen werden zum Wort Gottes erklärt.

• 1854: Unbefleckte Empfängnis Marias wird dogmatisiert (Maria habe Jesus geboren, weil sie selbst sündlos war. Wäre Maria sündig gewesen, hätte auch Jesus Sünden gehabt) – gegen Röm 3,10: »Da ist keiner, der gerecht ist, nicht einer!«

• 1871: Die »Unfehlbarkeit« des Papstes wird behauptet und dogmatisiert.

• 1950: Maria sei leibhaftig zum Himmel aufgefahren (Mariä Himmelfahrt) (findet sich nirgends in der Heiligen Schrift)

Dr. Lothar Gassmann, aus KLEINES KATHOLIZISMUS-HANDBUCH

http://l-gassmann.de/kleines-katholizismus-handbuch.html

Kann man die römisch-katholische Kirche mit der evangelischen Kirche vereinen?

Weltweit finden immer mehr Menschen zu der Meinung, dass es an der Zeit sei, die katholische und die evangelische Kirche vereinen zu müssen. Wahnwitzigerweise glaubt man, ausgerechnet das Reformationsjahr würde sich besonders dafür eignen, die Vereinigung der beiden Kirchen ein ganzes Stück weiter zu bringen. Man vergisst komplett, was die Reformation Luthers eigentlich bedeutet. Der untere Artikel bringt gut auf den Punkt, was eine komplette Auflösung der Trennung beider Kirchen unmöglich macht.

25 antiökumenische Thesen

Verfasser: Manfred Kämpf

zum Reformationsgedenkjahr 2017
Warum müssen Christen die Ökumene ablehnen?
Oder: Was uns auch heute noch von Rom trennt

Die Reformation: Ein Segen Gottes!
1. Die Christenheit dankt Gott für den großen Segen der Reformation: Soli Deo Gloria !

2. Luthers Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 war der Auslöser der Reformation, die schließlich zur Gründung der protestantischen Kirchen führte. Für die Christenheit erfüllte  sich damit ihre Losung:
POST TENEBRAS LUX: Nach der Finsternis scheint (endlich) Licht.

Die Christenheit gedenkt der Reformatoren und der Märtyrer
3.
Die Christenheit ehrt Martin Luther (trotz mancher Schwächen) als einen ihrer größten Führer und gedenkt seiner als Held des Glaubens und Begründer der Reformation (Heb.13.7).
4. Zum Reformations-Jubiläum gedenkt die Christenheit all der treuen Lehrer (1.Tim. 5,17)  und der Märtyrer (Phil. 2,29-30), die unter Einsatz ihres Lebens Vorboten und Wegbereiter der Reformation waren,  insbesondere Petrus Waldus, John Wyclif und Jan Hus.
5. Die Christenheit gedenkt auch der über 30 000 Menschen, die in den Jahren 1519 bis 1556 für ihren evangelischen Glauben hingerichtet wurden
(Quelle: Martin Luther, 1992 Oncken-Verlag).

Die Reformation brachte Befreiung – nicht Spaltung
6. Das Nebeneinander einer evangelischen und einer katholischen Kirche wird von der  Welt als Spaltung wahrgenommen, denn sie kann nicht unterscheiden zwischen toter Religion und „lebendiger Hoffnung in Jesus Christus“ (1. Petr. 1,3). In Wirklichkeit aber verursachte der Protestantismus keine Spaltung der Christenheit, sondern brachte die seit Jahrhunderten ersehnte Befreiung der Kirche Christi vom römischen Papsttum. Deswegen sprach schon Luther „von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche Christi“.
7. Für die protestantischen Kirchen wäre die Annahme einer neuerlichen „ökumenischen“  Einheit mit Rom wie eine freiwillige Rückkehr in babylonische Gefangenschaft.

Ist Einheit nicht „Pflichtprogramm“ eines jeden Christen?
8.
Die Gründung protestantischer Kirchen war keine Sünde gegen die Einheit der Kirche oder gegen Christi Gebot „… auf dass sie alle eins seien“(Joh. 17,21), sondern geschah im Einklang mit Gottes Wort: „Gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der HERR“ (2.Kor. 6,17). Also: Sondert euch ab vom Götzendienst und von aller falschen Lehre, wie z.B. Ablasshandel, Fegefeuer und Zölibat, mit denen Millionen von Menschen betrogen wurden.
9.
Protestanten, die eine „ökumenische“ Einheit mit Rom akzeptieren, stehen in Gefahr des endzeitlichen „Glaubensabfalls“, vor dem die Bibel ausdrücklich warnt. Wegen mangelnder „Liebe zur Wahrheit“ riskieren sie, von „kräftigen Irrtümern“ mitgerissen zu werden und schließlich „der Lüge zu glauben“ (siehe 2.Thess.2,3 und 10-12).

Ohne Wahrheit kann es keine Einheit geben 

10. Jesus Christus selbst ist die Wahrheit (Joh. 14,6), und die Wahrheit ist die Voraussetzung für die Einheit in Christus. In der Bibel gibt es nirgendwo die Parole:  „Einheit, Einheit über alles“, sondern Gott gebietet, wo es nötig ist, auch Trennung.

11. Von Trennung als einem Gebot Gottes lesen wir in der Bibel: „Und eine Stimme vom Himmel sprach: Mein Volk, gehet aus von ihr“ (Offb. 18,4), hinaus aus der „großen Stadt, die die Könige der Erde beherrscht“ (Offb. 17,18): Rom?
und „betrunken ist vom Blut der Christen“ (Offb. 17,6): Rom?
und „ihren Sitz am Ort der 7 Hügel hat“ (Offb. 17,9): Rom?
In einer katholischen Bibel wird bestätigt, dass sich die Ortsangabe von den 7 Hügeln „ohne jeglichen Zweifel“ auf Rom bezieht (Edition Paulinas, Barcelona / Spanien)

.
Was ist denn christliche Einheit?
12.
Die ersten Christen in Jerusalem lebten vorbildlich gemäß dem Gebot Jesu: „… auf dass sie alle eins seien“ (Joh.17.21). Wir lesen von ihnen in Apg.4.32: „Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele„. Sie waren also eines Sinnes, einmütig und einhellig, und „durch Demut achtete einer den anderen höher als sich selbst“ (Phil. 2,3).

Diesem Beispiel christlicher Einheit sollten alle Christen nacheifern!
13. In Jesu Gebot: „… auf dass sie alle eins seien“ ist aber keine Rede von kirchlichen Dachverbänden  oder gar von einer Welteinheitskirche – im Gegenteil: Aus der Bibel ersehen wir, dass jede einzelne Gemeinde ihren eigenen Platz, ihren eigenen „Leuchter“, vor dem HERRN hat (Offb. 1,20). Es gibt keine „Christliche Allianz von Kleinasien“. Die Schaffung einer von  Menschen organisierten Welteinheitskirche entspricht nicht Gottes Plan für „die kleine Herde Christi“ (Lukas 12,32), sondern dient den Zielen antichristlicher Vereinnahmung.

Ist das heutige Papsttum nicht positiv verändert?
14. Für Christen ist es verhängnisvoll, Gottes Wort nicht ernst zu nehmen. In Mt. 7,18 lehrt der HERR, dass „ein schlechter Baum“ (so wie der Baum „mittelalterliches Papsttum“ mit  all seinen „Früchten“ schrecklichster Christenverfolgungen) niemals gute Früchte hervorbringen kann. Deshalb fragt man sich: Wie ist es nur möglich, dass trotz dieser klaren Worte Jesu viele Christen unserer Zeit dem Papsttum zujubeln ?
15. Die Bibel kennt gar kein Papsttum – im Gegenteil: Jesus Christus warnt ausdrücklich vor denen, die sich „an Christi Stelle setzen“ (Mt. 24,5). Es ist eine Tatsache, dass sich vom Papsttitel „Stellvertreter des Sohnes Gottes“ (lat. VICARIVS FILII DEI) die Zahl 666 errechnen lässt, also die in der Bibel angezeigte Zahl des „ersten Tieres“ (Offb. 13,18). Gottes Wort sagt ausdrücklich, dass man diese Zahl mit „Weisheit und Verstand“ überlegen soll. Im Griechischen haben die Worte „Stellvertreter Christi“ dieselbe Bedeutung wie „Anti-Christ“, also der, der sich an die Stelle von Christus setzt.
16. Rom hat die Reformation heftig bekämpft und keine einzige Irrlehre korrigiert – im Gegenteil: Die falschen Dogmen wurden befestigt und im Laufe der Zeit noch weitere hinzugefügt. Entgegen dem Gebot Gottes (Sprüche 30,6) „Tue nichts hinzu zu Seinen Worten“ hat die römische Kirche im Jahr 1564 die sogenannten „Apokryphen“ der Bibel beigefügt. Im Jahr 1854 kam das Dogma von der „unbefleckten Empfängnis Marias“ hinzu. Seit 1871 wird die „Unfehlbarkeit des Papstes“ behauptet und seit 1950 die „Himmelfahrt Marias“. Neuerdings bekunden die Päpste sogar ihre Verbundenheit mit dem Islam, obwohl dieser die Gottessohnschaft Jesu verleugnet. Auch daran können Christen aufs Deutlichste erkennen, dass der Papst unmöglich Christi Stellvertreter sein kann.

Ist nicht Petrus der Fels, auf dem die Kirche Christi gegründet ist?
17. Die Heilige Schrift bezeugt klar: „Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der schon gelegt ist, welcher ist JESUS CHRISTUS“(1.Kor.3.11). Der Name Petrus bedeutet ja nur „ein Stein“ und nicht „ein Fels“. Petrus selbst weist von sich weg und lehrt, dass Christus der Eckstein und der Fels ist, auf dem die Kirche gegründet ist (1.Petr. 2,6-8).

18. Laut § 30 des katholischen Kirchenrechts lautet die Anrede des Papstes: „Heiliger Vater“ (lat. sogar: Sanctissimus Pater). Jesus aber gebietet (Mt. 23,9): „Ihr sollt niemand Vater nennen  auf Erden“ (oder gar Heiliger Vater), denn Gott allein ist „Heiliger Vater“(siehe Joh. 17,11). Darum betet die Christenheit: „Unser Vater, der du bist im Himmel“ (nicht in Rom!).

Jesus Christus, das einzige Haupt der Christenheit
19.
Laut § 30 des katholischen Kirchenrechts beansprucht der Papst „oberste Gewalt göttlichen Rechtes als oberster Gesetzgeber und oberster Richter„. Die Heilige Schrift aber sagt, dass Jesus Christus das Haupt der Christenheit ist (Eph. 5,23). Der Papst kann also unmöglich als Oberhaupt gelten, denn die Kirche Christi ist kein Monster, das zwei Häupter hat! Deshalb halten die protestantischen Kirchen am Grundsatz der Reformation fest: SOLUS CHRISTUS(allein Christus!).

20. Laut §30 des katholischen Kirchenrechts beansprucht der Papst „höchste Lehrautorität in Glaubensfragen“. Jesus dagegen lehrt: „Nur einer ist euer Meister, Christus“ (Mt. 23,8). Deshalb hält die Christenheit fest am Grundsatz der Reformation: Die Heilige Schrift ist einzige Autorität für den christlichen Glauben: SOLA SCRIPTURA (allein die Heilige Schrift!).



Ein letztes Warnsignal
21. Klar sind Jesu Worte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater  außer durch Mich!“(Joh.14.6). Aber anfangs des Jahres 2016 behauptete der angebliche „Stellvertreter Christi“ das Gegenteil von Christi Lehre und verkündete: Die Menschen der verschiedenen Religionen würden  „auf unterschiedliche Weise Gott suchen und finden“, denn „alle Menschen seien Kinder Gottes.“ Mit dieser päpstlichen Erklärung ist allen Gläubigen noch einmal ein deutliches Warnsignal gegeben vor einer „ökumenischen“ Einheit mit Rom. Christenheit, wache auf!

Jesus Christus, der einzige Weg zum Heil
22. Solange die Menschen im Widerstand gegen Gott leben und Seine Gebote missachten, können sie unmöglich Kinder Gottes heißen, denn es ist Gottes Wille und Gebot für alle Menschen, „zu glauben an den Namen Seines Sohnes Jesus Christus „(1.Joh. 3,23).
23.
Gottes Kinder werden all jene Menschen, die durch Christi Erlösungswerk am Kreuz die Vergebung ihrer Schuld erlangt haben und dadurch mit Gott versöhnt sind. Gott will, „dass allen Menschen geholfen werde, und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1.Tim. 2,4). Deshalb hält die Christenheit fest an Jesu Missionsauftrag und sagt: „An Christi statt bitten wir alle Menschen: Lasset euch versöhnen mit Gott!„(2.Kor. 5,20), denn:“ Es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darin wir selig (gerettet) werden“ als allein der Name Jesus Christus (Apg.4.12).

Auch Katholiken sind zur Freiheit berufen
24. Allen Katholiken, „die unseren HERRN Jesus Christus liebhaben“ (Eph. 6,24), gilt Gottes Wort aus Gal. 5,13: „Ihr seid zur Freiheit berufen!“ Wie lange wollt ihr in römischer Gefangenschaft bleiben und euch der „Lehre der Kirche“ anvertrauen,  anstatt das Heil in der „Lehre der Heiligen Schrift“ zu suchen? Der HERR Jesus Christus lehrt ausdrücklich:“ So ihr bleiben werdet an meiner Rede, werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh. 8,31-32).

Maran atha! Unser HERR kommt!
25.
In Jesus sind der Christenheit „die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt“ (2.Petr. 1,4). Die Gläubigen sind gerufen, „den Namen des HERRN nicht zu verleugnen und Sein Wort zu bewahren“ (Offb. 3,8). So gilt allen Christen die Ermutigung: „Seid fest und unbeweglich und nehmt immer zu in dem Werk des HERRN“ (1.Kor. 15,58), denn Christus spricht: „Siehe, Ich komme bald!“ (Offb. 3,11) Maran atha!

Verfasser: Missionar Manfred Kämpf, Wetzikon / Schweiz und Peru

Bearbeitung: Dr. Lothar Gassmann, Pforzheim / Deutschland

Gratis Buch zum Download:

http://clv.de/Buecher/Religion-Ideologien-Sekten/Das-Evangelium-nach-Rom.html

Garantie für Heilung?

Es ist immer wieder ein Thema für Diskussionen…

Da wird behauptet, dass ein Evangelium, das Krankheit „erlaubt“, wäre nicht das richtige Evangelium…begründet wird das mit Bibelversen….wie es der Gegenspieler Gottes schon immer getan hat. Allerdings mit Zeilen, die aus dem Zusammenhang gerissen und neu interpretiert werden.

Welches ist denn nun das richtige Evangelium? Finden wir im Evangelium wirklich die Botschaft, dass Krankheit auf der Erde keinen Platz hat?! Wie sieht denn die Welt aus, in der wir leben?

Der menschliche Körper hat recht schnell seine „Halbwertszeit“ erreicht. Er ist nicht immer auf der Höhe seiner Kraft, irgendwann kriegt man graue Haare, macht nicht mal eben mehr mit links die Nächte durch, muss man Rückengymnastik machen um fit zu bleiben, jeden Tag sterben Zellen…

ist das nicht eigentlich auch schon Krankheit? Verspricht uns Jesus, dass er den Alterungsprozess aufhalten wird, dass wir nie einen Schnupfen haben, eine Kur in Anspruch nehmen müssen….?

Dass keine behinderten Kinder mehr geboren werden? (Es werden tatsächlich weniger behinderte Babies geboren, aber das hat andere Gründe….siehe Abtreibungen…)

 

Hoffnung und Zuversicht der Gläubigen in der gefallenen Welt

„…Denn ich denke, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes.
Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden – nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat – auf Hoffnung hin,
dass auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.
Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt.
Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft; die Erlösung unseres Leibes.
Denn auf Hoffnung hin sind wir gerettet worden. Eine Hoffnung aber, die gesehen wird, ist keine Hoffnung. Denn wer hofft, was er sieht?“
Unsere Welt ist seit dem Sündenfall infiziert mit Sünde, Fehlerhaftigkeit, Tod und Vergänglichkeit….der Lohn der Sünde ist der Tod (Römer 6,23). Das wird sich auch nicht ändern, bis Jesus wieder kommt und seine Herrschaft antritt. Und der Kern der frohen Botschaft vom Reich Gottes (Evangelium) ist eben nicht, dass wir hier nicht mehr altern oder sterben müssen, sondern dass wir durch den Tod hindurch gerettet sind. Dass der Tod uns nicht halten kann (Joh. 5,24 / Joh. 3,15 / Joh.3,16)
Ein weiterer Kritikpunkt an der Lehre, dass Krankheit niemals von Gott kommt…oder von ihm zugelassen wird…..ist folgender:
Mein Blick richtet sich krampfhaft auf das „immer gesund sein wollen“, ist doch mal jemand krank, gibt es eigentlich nur die logische Schlussfolgerung, dass er entweder nicht genug an Heilung glaubt, oder Gott irgendwie wohl die Kontrolle verloren haben muss….schließlich will Gott unter keinen Umständen dass du krank bist… Diese Kontroverse hat mir persönlich lange Zeit Probleme gemacht und auch nicht geholfen mit Krankheit oder auch der Angst davor umzugehen.
Gott sei Dank haben wir die Bibel und ich habe keine Stelle gefunden, an denen Gott Menschen in Schwachheit, sei es körperlich oder geistlich, im Stich gelassen hätte.

Jesus unser Heiler

Aus der Richtung der „Gott will IMMER NUR Gesundheit-Verfechter“  wird immer wieder betont, dass Jesus ALLE geheilt hat. Das stimmt aber nur bedingt, denn es kamen auch nur die Menschen in den Genuss seiner Heilung, die eben zu seiner Zeit gelebt hatten und in Jesus näherer Umgebung lebten.
Was ist mit all den anderen?
Wenn Jesus Hauptaufgabe die Heilerei gewesen wäre, dann wäre sein Werk nicht zufriedenstellend gewesen…

Jesus Heilungen als Zeichen für erfüllte Prophetien

Auf jeden Fall hat Jesus Mitleid mit den Kranken gehabt! Und auf jeden Fall leidet er heute mit uns mit, wenn es uns nicht gut geht. Aber wir müssen auch sehen, dass Jesus nicht in erster Linie gekommen ist, um unsere körperliche Krankheit zu heilen, sondern um uns -vor allem anderen-von der Krankheit der Sünde zu erlösen, mit der wir Menschen von Geburt an infiziert sind.
„Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Jesaja 53,5
In dem Jesus Lahme gehend macht und Blinde sehend, erfüllte er zwei weitere Verheißungen, mit denen der Messias angekündigt wurde. Als Johannes im Gefängnis saß, schienen ihn Zweifel zu überkommen, ob Jesus wirklich der angekündigte Messias sei.
 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und verkündet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird gute Botschaft verkündigt!“
Auch in der Synagoge lässt Jesus keinen Zweifel daran, wer er ist. Er zitiert die alten Schriften…

„…Und es wurde ihm (Jesus) die Buchrolle des Propheten Jesaja gegeben; und als er die Buchrolle aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben steht:

»Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, daß sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen,
um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn.«
Und er rollte die Buchrolle zusammen und gab sie dem Diener wieder und setzte sich, und aller Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.
Er aber fing an, ihnen zu sagen: Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren!“
Lukas 4,17-21

Der ersehnte Messias ist da!

„Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren,
denn Gott war mit ihm.
 Und wir sind Zeugen alles dessen, was er sowohl im Lande der Juden als auch in Jerusalem getan hat; den haben sie auch umgebracht, indem sie ihn an ein Holz hängten.
Diesen hat Gott am dritten Tag auferweckt und ihn sichtbar werden lassen,
nicht dem ganzen Volk, sondern den von Gott zuvor erwählten Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aus den Toten auferstanden war.
Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und eindringlich zu bezeugen, dass er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist.
Diesem geben alle Propheten Zeugnis, dass jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen.“Apg. 10,38-43
Die Prophetien, die das Kommen des Messias ankündigten, sind komplett erfüllt worden. Jesus hätte von jedem Gelehrten identifiziert werden können. Er ist der Messias, der das Volk wieder mit Gott versöhnt hat und durch den die Krankheit der Sünde ein für alle mal besiegt wurde.
„Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Jesaja 53,5
Auch wenn es eine Hoffnung ist, es gibt keine 100 Prozentige Gewissheit immer gesund und fit zu bleiben. Aber seit ich Gott immer mehr vertraue, fühle ich mich absolut in Frieden mit dem Gedanken, dass alles was zu mir kommt, an Gott vorbei muss. Weil ich ihn liebe MUSS mir ALLES zum besten dienen. Den Trost sollten wir nicht darin suchen, krampfhaft zu beteuern, dass Gott schon nicht wollen wird, dass wir leiden.
 Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen;
denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«.
Römer 1,16 und 17
Gottes Segen
Sophia Scholl

Über die Entstehung der „Healing rooms“ ein Artikel von Georg Walter

KreÜberuz und Krankheit – Healing Rooms – Eine neocharismatische Sonderströmung

Über die Entstehung der „Healing Rooms“

Wie viele Menschen suchen nach körperlicher Heilung! Dafür würden viele von ihnen fast alles tun, nicht umsonst ist es ein immer wieder kehrendes Thema, warum Gott Krankheit zu lässt, woher Krankheit kommt und natürlich wie man sie wieder los wird.

Auch die Gemeinden haben die Not erkannt und wollen helfen. Das ist gut!

Dazu werden in immer mehr Gemeinden Heilungsräume eröffnet.

Sie sollen Kranken ähnlich wie eine Arztsprechstunde Hilfestellung, Trost und Heilung geben.

Und das kommt natürlich nicht schlecht an. Hier sitzen mehrere Menschen, die zuhören und sich Zeit nehmen. Bei welchem Arzt erlebt man das noch so? Auch ist das der Grund, weshalb viele Menschen den Weisskittel gegen den netten Homöopathen tauschen. Aufmerksamkeit, Zuwendung und das Gebet tut einer wunden Seele gut und ist das beste was man einem Kranken anbieten kann.

So gesehen sind Heilungsräume durchaus etwas positives.

Hin und wieder tauchen hier -wie auch in Gemeinden allgemein- allerdings auch merkwürdige Umgangsweisen mit Krankheit auf und nicht selten sind sich auch in Heilungsräumen die Mitarbeiter untereinander nicht einig darüber, wie man hier theologisch und biblisch arbeiten sollte.

Wird aus einem Gebets- und Seelsorgeangebot ein Heilungsversprechen, oder Menschen werden Sünden zu gesprochen, die sie nicht begangen haben („Es muss Sünde sein, sonst wärst du nicht krank“, „Gott will immer nur Gesundheit“, „Weil es im Himmel keine Krankheit gibt, darf es auch auf der Erde keine geben“, „Wenn du immer alles richtig machst, wirst du auch nicht krank!“, „Sprech zehn mal das Vaterunser, dann wirst du gesund….“u.s.w.), dann stimmt etwas mit der Theologie nicht.

Bei allem gilt, dass wir die Geister prüfen sollen, ob sie „aus Gott sind“,…

Der untere Artikel soll nicht in Frage stellen, dass wir für Kranke beten sollen. Auch nicht, dass wir von Gott nicht zu jeder Zeit Heilung erbitten dürfen….Ich will auch nicht in Frage stellen, dass durch die Arbeit Gott hingegebener Menschen in Heilungsräumen immer wieder Segen zu Kranken kam und kommt. Jedoch ist es die Frage, welche biblische Lehre in puncto Heilung hinter der Vorstellung eigens eingerichteter Heilungsdienste steht.

 

Unteren Artikel halte ich für ganz interessant.

 „Prüft aber alles und das Gute behaltet.
 Meidet das Böse in jeder Gestalt.
 Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für das Kommen unseres Herrn Jesus Christus.“
LG
Sophia Scholl
 

 

 

 

 

                                      

 

Kreuz und Krankheit: „Healing Rooms“

von Georg Walter

 

4

Geschichte der Healing Rooms

Um zu einem möglichst umfassenden und fundierten Urteil über die Healing Rooms zu kommen, ist es ratsam, sich mit den Anfängen dieser Praxis zu be-schäftigen. Die ersten Berichte über Healing Rooms gehen auf den Dienst des ka-nadischen Methodistenpredigers John G. Lake (1870-1935) zurück. Bereits vor der Entstehung der Pfingstbewegung im Jahre 1906 kam John G. Lake mit John Alexander Dowie (1847-1907), einem in den USA lebenden schottischen Kongre-gationalisten, in Zion City, Illinois, USA, in Kontakt. 1901 hatte John Alexander Dowie Zion City in der Nähe von Chicago gegründet, wo er und seine Anhänger bis zur Wiederkunft Christi sündlos leben wollten.

Der extravagante Heiligungsprediger Dowie, der sich am Ende seines Lebens häufig in einem hohepriesterlichen Gewand nach alttestamentlichem Vorbild zeigte und sich für Elia hielt, der fortan die Wiederkunft Christi ankündigen müsse, unter-hielt in Zion City ein „Heilungshaus“. John G. Lake und seine Frau waren im Jahre 1901 nach Zion City gezogen, wo Lake als Ältester diente. Während eines Aufent-haltes in Dowies Heilungshaus erlebte John G. Lake und später auch seine Frau angeblich eine übernatürliche Heilung. Nicht nur diese Erfahrung, sondern auch eine spätere Begegnung mit Charles Parham, dem bei der Entstehung der Pfingst-bewegung eine entscheidende Rolle zukam, müssen John G. Lake später dazu bewogen haben, seine Healing Rooms zu eröffnen. Jedenfalls war die geistliche Prägung Lakes von Anfang an wohl kaum in biblischer Nüchternheit verwurzelt.

Es war in Zion City, wo John G. Lake im Jahre 1906 mit Charles Fox Parham (1873-1929) zusammentraf. Obgleich es Charles Parham selbst nicht vergönnt war, der Initiator jener Versammlungen in der Azusa Street 312 in Los Angeles zu sein, welche im Jahre 1906 als die Geburt der amerikanischen Pfingstbewegung in die Kirchengeschichte einging, gilt er vielen dennoch als der eigentliche Vater der Pfingstbewegung, da er es war, der die Lehre über die „Geistestaufe“ als zweite Er-fahrung nach der Bekehrung und Wiedergeburt sowie das „Zungenreden“ als Zeichen der Geistestaufe als Erster formulierte und verbreitete.

Der schwarze Heiligungsprediger William Joseph Seymour (1870-1922), der einer der Bibelschüler Parhams war, ging als Vater der Pfingstbewegung in die Geschichte ein. Seymour hatte von Parham die Lehre der Geistestaufe im Jahre 1901 übernommen. Und als Seymour im Jahre 1906 nach Los Angeles gezogen war und dort Parhams Lehre der „Geistestaufe“ verkündigte, gelang es ihm, eine Schar von Anhängern aus der Heiligungsbewegung für diese neue Lehre zu gewinnen. Als schließlich einige seiner Jünger die „Geistestaufe“ erlebten und die „Zungenrede“ empfingen, breitete sich das Pfingstfeuer wie ein Flächenbrand aus. Diese Ereignisse in der Azusa Street 312 im Jahre 1906 sind daher untrennbar mit dem Namen William Joseph Seymour verbunden, obgleich Charles Parham der Vater dieser neuen Lehre war.

5

Zurück zu John G. Lake. Lake erlebte seine „Geistestaufe“ im Jahre 1906 als Charles Parham gerade Zion City besuchte. Ein weiterer bekannter Prediger, F. F. Bosworth (1877-1958), der mit seiner Familie als junger Mann nach Zion City gezogen war und dessen Buch Christus unser Heiler bis heute gedruckt wird, empfing seine „Geistestaufe“ ebenfalls in Parhams Versammlungen im Jahre 1906.7 Etwa zwei Jahre später im Jahre 1908 fühlte sich Lake zum Missionar be-rufen. Er machte sich auf nach Afrika, wo er eine Pfingstgemeinde mit dem Namen Apostolic Faith Mission of South Africa gründete. Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahre 1913 kehrte er nach Amerika zurück und heiratete Florence Switzer aus Milwaukee. Lake zog mit seiner Familie nach Spokane in der Nähe Washingtons und gründete dort die Apostolic Church (Apostolische Kirche). Die Eröffnung der ersten Healing Rooms folgte im Jahre 1915. Lake bildete sogenannte „Heilungs-techniker“ (healing technicians) aus und lehrte über „göttliche Heilung“. Angeb-lich wurden über 10.000 Heilungen bezeugt.

Im Jahre 1920 gründete John G. Lake in Portland, Oregon, eine Zweiggemeinde und eröffnete weitere Healing Rooms. In Portland hielt Lake in den 1920er Jahren Evangelisationsversammlungen ab, zu denen er Charles Parham einlud. Es wird berichtet, dass sich Gordon Lindsay (1906-1973), der in den 1940er und 1950er Jahren die Heilungsbewegung der USA entscheidend mitprägte, in einer dieser Versammlungen bekehrte.8 Im Jahre 1935 verstarb John G. Lake an einem Schlag-anfall, ohne seinen Traum von Heilungsräumen in ganz Amerika verwirklicht zu haben. Nach dem Tod von John G. Lake wurde sein Dienst durch die John G. Lake Ministries und den International Apostolic Council weitergeführt.

Im Jahre 1999, über sechs Jahrzehnte nach John G. Lakes Tod, griffen Cal Pierce und dessen Ehefrau Michelle, Mitglieder einer Pfingstgemeinde, die Vision erneut auf, Healing Rooms in den gesamten USA zu errichten. In Spokane, jenem Ort, wo Lake seine ersten Healing Rooms gegründet hatte, eröffnete Pierce seine eigenen Healing Rooms sowie den internationalen Dienst International Association of Healing Rooms (IAHR). Über die Anfänge seines Dienstes verfasste Cal Pierce ein Buch mit dem Titel Preparing the Way: The Reopening of the John G. Lake Healingrooms in Spokane (Mcdougal Pub, 2001; deutscher Titel: Den Weg bereiten, 2002; Neuauflage 2011: Eine Vision für Heilungsräume, Gloryworld-Medien). In Kapitel 1 zitiert er einen Artikel von Andy Butcher (S.17), der am 6. Dezember 2000 als Leitartikel im US-amerikanischen Magazin Charisma er-schienen war.9 Butcher beschreibt in seinem Artikel, wie Cal Pierce in seiner Gemeinde in Redding, Kalifornien, eine besondere „Erfahrung“ mit Gott gemacht hatte, die für seinen weiteren Dienst prägend werden sollte. Pierce fühlte sich im Zuge dieser Erfahrung berufen, nach Spokane zu gehen.

Seinem inneren Ruf folgend gab Pierce infolgedessen sein Geschäft auf, um dort in den vollzeitigen Dienst zu treten. Häufig suchte er in jener Zeit das Grab von John G. Lake auf. Pierce berichtet: „Es hatte mit dem Heiligen Geist zu tun und

6

mit der Vollmacht dieses Mannes. Ich wusste, dass diese Kraft dem Leib Christi auch heute noch zur Verfügung steht.“10 Schließlich kam Pierce zu der Über-zeugung, er solle die Healing Rooms wieder eröffnen. „Zu seiner großen Ver-wunderung entdeckte Pierce, dass in der dritten Etage des Rookery Buildings in der Innenstadt von Spokane noch Räume frei waren – genau dort, wo Lake von 1914 bis 1920 gedient hatte. Der Dienst von Lake, der vorher Missionar in Afrika gewesen war, ist zeitweise so erfolgreich gewesen, dass Spokane ‚die gesündeste Stadt Amerikas‘ genannt wurde.“11

Auf der Webseite der IAHR trifft man auf einen Bericht, der noch weitere aufschlussreiche Details aus dem Leben von Pierce ans Licht bringt.12 Pierce berichtet, wie er und seine Frau Michelle in Redding, Kalifornien, aufwuchsen und die dortige charismatische Gemeinde Bethel Assembly of God Church besuchten. Pierce war Ältester und Vorstandsmitglied der Gemeinde. Sein Glaubensleben beschrieb er als langweilig, bis zu jenem Ereignis im Jahre 1996, als Pierce durch die „Kraft Gottes“ eine Veränderung erfuhr. Nach dieser besonderen Erfahrung begann Pierce die Erweckungsgeschichte zu studieren und stieß dabei auf den Heilungsdienst von John G. Lake.

Fasziniert von John G. Lakes Dienst begab sich Pierce zusammen mit seiner Frau nach Spokane und begann 1998 jeden Monat am Grab von John G. Lake um die Führung Gottes zu beten. Im Februar 1999 fastete er sogar 40 Tage und betete weiterhin regelmäßig am Grab Lakes, bis Gott angeblich zu ihm sprach: „Es gibt eine Zeit fürs Gebet und eine Zeit für den Aufbruch.“ Für Pierce stand zweifels-ohne fest, dass es der Wille Gottes war, die alten „Heilungsquellen“ in Spokane wieder auszugraben. Pierce entschloss sich, Fürbitter um sich zu sammeln und Heilungsteams zu trainieren. Nach über 80 Jahren weihte Cal Pierce am 22. Juli 1999 seine ersten Healing Rooms ein.

Während auf den Internetseiten der weltweiten Healing Rooms der Eindruck entsteht, dass Cal Pierce seinen Heilungsdienst am vermeintlich selben Ort und im vermeintlich selben Haus in Spokane, wo John G. Lake die ersten Healing Rooms eröffnet hatte, anknüpfte, stellt Pierce allerdings auf seiner Webseite in Q&A (Fragen und Antworten) klar, dass er zunächst irrtümlicherweise davon ausging, dass es sich um die gleichen Räume handelte, die schon John G. Lake genutzt hatte. Später stellte sich heraus, dass das ursprüngliche Gebäude abgebrannt war. Pierce korrigierte daraufhin die Angaben auf seiner Webseite.

Welches besondere Erlebnis war für Cal Pierce so ausschlaggebend gewesen, dass er alles hinter sich ließ, um in Spokane erneut Healing Rooms ins Leben zu rufen? Auf der Internetseite der Healing Rooms Australien trifft man auf einen persönlichen Bericht von Cal Pierce über jenes Erlebnis in seiner Pfingstgemeinde, das sein Leben veränderte. Bill Johnson war in jener Zeit im Jahre 1996 der Hauptpastor der Gemeinde von Pierce. Es war die Zeit, in der der sogenannte „Toronto-Segen“, eine hypercharismatische „Erweckung“ mit Umfallen, lautem

7

Schreien, Zucken, Schütteln, usw., in vollem Gange war. Der Extremcharismatiker Bill Johnson hatte bereits Versammlungen in der charismatischen Vineyard Ge-meinde in Redding gehalten und war überzeugt, dass es an der Zeit war, dass nun auch seine eigene Gemeinde in den Genuss des „Toronto-Segens“ kommen sollte.

Der Gottesdienst begann recht unspektakulär. Bill Johnson erhob sich, streckte seine Hände aus und sagte: „Komm, Heiliger Geist.“ Das waren die letzten Worte, an die sich Pierce erinnert. Pierce berichtet: „Wir standen da und plötzlich fühlte ich etwas, das sich wie Feuer Gottes anfühlte, das langsam Welle für Welle durch meinen Körper fließt. Es war, als ob der Boden aus Stahl sei und meine Schuhe Magneten gewesen wären, denn ich konnte mich nicht bewegen… Schließlich zog mich meine Frau am Ärmel und sagte: ‚Liebling, die Versammlung ist zu Ende. Lass uns nach Hause gehen!‘ Ich habe nicht die geringste Ahnung, um was es in der Versammlung ging, aber ich weiß, um was es für mich ging.“13

Oft wurde Cal Pierce gefragt, was es denn damit auf sich hatte, dass er damals über Monate regelmäßig am Grab von John G. Lake betete. Auf seiner Internetseite beantwortet er diese Frage folgendermaßen: „Bevor Gott mich und Michelle nach Spokane sandte, habe ich alles über das Leben von John G. Lake und die macht-volle Arbeit in den Healing Rooms gelesen. Ich ging zur Grabstätte, um eine Verbindung zu der Vision und der historischen Arbeit herzustellen, die in den Heilungsräumen in Spokane stattgefunden hatte. Durch den Besuch des Grabes hat mir der Herr sehr klar gezeigt, dass diese neue Bewegung der Healing Rooms nichts mit der Vergangenheit oder John G. Lake zu tun haben würde. Es sollte sich alles um den Heiligen Geist drehen und darum, was Er jetzt und in Zukunft tun würde … Das Wichtige daran ist nicht, ob ich am Anfang das Grab besucht habe oder nicht, sondern es geht um die Aktivierung der Healing Rooms und um die veränderten Leben, die man überall auf der Welt sehen kann.“14

Die Webseite des Verlags Glory World Medien, der das Buch von Cal Pierce verlegt, erläutert: „Die Vision von Cal Pierce und seinen Mitarbeitern ist es, den Dienst der Heilungsräume weltweit zu verbreiten. In diesem Buch erzählt Cal die packende Geschichte, wie es zur Wiedereröffnung der Heilungsräume von John G. Lake kam. Er vermittelt gleichzeitig die Vision für solche Heilungsräume welt-weit.“15

Der Charismatiker Jim Goll, der Cal Pierce und seinen Dienst wärmstens empfiehlt, schwärmt: „Dadurch dass der Brunnen der heilenden Gegenwart Gottes wieder ausgegraben wurde, öffnete sich eine strategische Türe, die das Wirken des Geistes Gottes weltweit beeinflussen wird. Es wird ein reiner Strom von Zeichen und Wundern werden, der den Herrn Jesus Christus verherrlichen wird.“16

Organisationelle Strukturen der Healing Rooms

Cal Pierce ist Direktor des International Association of Healing Rooms (IHAR),

8

und seine Frau Michelle steht der Organisation als Co-Direktorin vor. Das Ehepaar Pierce reist um die ganze Welt, um den Dienst der Healing Rooms von neuem bekannt zu machen, und sie ermutigen andere, neue Healing Rooms zu gründen. Cal Pierce ist außerdem ein Mitglied der International Coalition of Apostels (ICA), einer charismatischen Organisation endzeitlicher Apostel.17

Der Dienst von Cal Pierce und seiner Frau Michelle ist international und überkonfessionell. So ist es nicht verwunderlich, dass der Gedanke der Healing Rooms auch in Deutschland wieder Fuß fassen konnte. Aus dem Bericht Heilungs-räume in Deutschland von Gerhard Bially geht hervor, dass die christlichen Ge-meinden und Werke schon für die Entstehung von Heilungsräumen vorbereitet waren, wie folgende Übersicht deutlich macht:18

April 2002 in Kirchheim, Hessen, BFP-Bundeskonferenz: Präses Ingolf Ellßel verknüpft bei einer Leitertagung des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) in seiner Abschlussrede die Sündenvergebung mit Krankenheilung und löst eine mehrmonatige Diskussion aus.

2002: Heilungskonferenz in einer BFP-Gemeinde in Kassel (Charisma, Ausgabe 122, S.28)

August 2002: Heilungskonferenz im Christlichen Zentrum Wiesbaden

20. – 22. September 2002: Fachkonferenz „Heilung und Befreiung“ in Essen-Altendorf, organisiert vom Arbeitskreis Gemeinde und Charisma im „Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden“ (eine baptistische Erneuerungsbewegung). Teilnehmer der Konferenz waren neben Pastoren auch Mediziner sowie Mitarbeiter aus verschiedenen christlichen Gemeinden. Konferenzleiter war Dr. Heinrich-Christian Rust. Als Hauptredner war der katholische Heilungspionier Dr. Francis MacNutt eingeladen. Weitere Redner waren: Judith MacNutt, Psychologin (Christian Healing Ministries); Dr. Jerry Mungadze, Theologe und Psychologe mit Fachgebiet Multiple Persönlichkeitsstörungen, Schwerpunkt Unterscheidung von psychischen Erkrankungen und Dämonisierung; Maria Prean, Leiterin des Missionswerkes „Leben in Jesus Christus“ (Heilungsdienst, Umgang mit Leid und Sterben)

3. – 6. Oktober 2002: Konferenz über Heilung im Christus Centrum Ruhrgebiet (CCR), Duisburg, unter Pastor Hajo Klösel. Als Redner geladen waren: Derek Brown, der apostolische Leiter der Kings Church in Aldershot, West-London; Jan Zijlstra, Leiter von De Levensstroom Gemeente in Leiderdorp, Holland.

Oktober 2002: Heilungswoche in Hadamar der FCG-Hadamar (mittlerweile Christus Centrum Limburg, Pastor Bernd Trümper)

23. Oktober – 3. November 2002: Cal und Michelle Pierce hielten sich erstmals in Deutschland auf, um ihre Vision der Heilungsräume vorzustellen. Sie sprachen auf der Nationalen Heilungskonferenz in Hannover (23. – 26. Oktober 2002) sowie Ende Oktober auf Seminartagen im Jesus-Haus Düsseldorf.

9

Auf der Internetseite der Healing Rooms Hannover heißt es: „Die erste Nationale Heilungskonferenz fand im Oktober 2002 mit Monika Flach, Utta und Christoph Häselbarth (Josua-Dienst Strittmatt), Andreas Herrmann (CZ Wiesbaden), Bud und Elaine Bonn (Healingrooms Minnesota) sowie Cal Pierce (Healingrooms Spokane) als Gastsprechern statt.

Ziel der Konferenz war es, die unterschiedlichen „Salbungen“ und „Konzepte von Heilung und Heilungsdiensten“ zu einer gemeinsamen, gebündelten Kraft zu-sammenzubringen, damit die Heilungssalbung und Heilungen in Deutschland in einer neuen Dimension freigesetzt würden. Die Healing Rooms sollten sich in Deutschland multiplizieren und zunehmend Gebetsteams im ganzen Land ent-stehen.

Begeistert wird seitdem von der Gründung einiger neuer Healingrooms berichtet, sowie mehr und mehr Heilungsgebetsteams in vielen verschiedenen Orten und Ge-meinden. Viele weitere Heilungskonferenzen hat es in den letzten 2 Jahren in Deutschland gegeben – Heilungen sind keine Ausnahme mehr in unserem Land!“19

Und auf der Webseite der Healing Rooms Deutschland ist zu lesen: „Sie [die Teilnehmer] konnten erleben, wie durch das Wort Gottes Glaube für Heilung und göttliches Wohlergehen genährt wurde. Außerdem manifestierten sich immer wieder die Gegenwart Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes in Heilung und Befreiung…

Als die Aufforderung erging, sich in Reihen aufzustellen, hielten wir immer einen Abstand von zwei Metern zwischen den Reihen. Die Piercens und alle anderen amerikanischen Helfer gingen nun durch die Reihen, sprachen den Hei-ligen Geist zu … ‚more power, more power‘ … Für mich geschah Eigentümliches, da ich so etwas zum ersten Mal miterlebte: Viele in den Reihen vor mir gingen einfach zu Boden. Helfer („Catcher“) standen hinter den Einzelnen und passten auf, dass sie sich nicht wehtaten. Sie fingen sie also auf, wenn sie zu Boden gingen, halfen ihnen, sich hinzulegen, etliche lachten ungehemmt und ununterbrochen, andere ruhten einfach. Für die Reihe, in der ich stand, war es eigentümlich, dass nur sehr wenig von diesen äußerlich erkennbaren Zeichen zu verspüren war. Neben mir stand eine Schwerinerin. Ob wir Norddeutsche uns da besonders schwer tun? Sehnsucht war da, aber dies scheint noch nicht zu genügen – oder die Power war noch nicht ‚more‘ genug. Viele waren jedoch ergriffen“, so Pfarrer Joachim Anders, Pilgerherberge Kloster Tempzin.20

Der Besuch von Cal Pierce und seiner Frau in Deutschland war die Initial-zündung für die Gründung der Healing Rooms Deutschland. 2003 gründeten die Ehepaare Rolf und Erika Keusen und Bernd und Martina Hanheiser in Neu-Anspach den ersten Healing Room. Es folgen im Januar 2004 Augsburg unter der Leitung des Arztehepaares Schürenberg sowie der Healing Room Hanau, ge-gründet von Helmut und Doris Schank.

Die Zeitschrift Charisma berichtete: „… Cal Pierce, der Gründer und Leiter der

10

International Association of Healing Rooms, kam Anfang Mai wieder nach Deutschland. Diesmal mit Ehefrau Michelle und deren „geistlicher Mutter“. Pierce hatte im Oktober 2002 auf der ‚Nationalen Heilungskonferenz‘ in Hannover und im Jesus-Haus Düsseldorf erste Anstöße zur Eröffnung von Healing Rooms (Heil-ungsräumen) in Deutschland gegeben. Bernd Hanheiser und seine Frau Martina waren die Pioniere, die – als deutscher Zweig der International Association of Healing Rooms einen Ort der Heilung in Neuanspach im Taunus errichteten. Nach einer Charisma-Studienreise zu Healing Rooms in den USA folgten Augsburg, Düsseldorf und Hanau.“21

In Deutschland existieren zwei Dachverbände mit identischer Ausrichtung:

1. Die International Association of Healing Rooms (IAHR), der inter-nationale Verband mit Sitz in Spokane unter Leitung von Cal Pierce sowie dem Ehepaar Schürenberg in Augsburg als Deutschlandleiter

2. Healing Rooms Deutschland e.V. (HRD) unter Leitung des Ehepaars Hanheiser in Neu-Anspach

Einzelne Healing Rooms gehören keinem Verband an (darunter Hanau, Leitung: Ehepaar Schank). Da sich beide Verbände inhaltlich nicht unterscheiden, erhält man Informationen über eine gemeinsame Internetseite, welche einen Überblick über die Standorte der Heilungsräume in Deutschland von der IAHR (7 Orte) und der HRD (12 Orte) vermittelt.22

Schon vor der Gründung der IAHR durch Cal Pierce existierten die John G. Lake Ministries (JGLM) und der International Apostolic Council (IAC), zwei Dienste, welche direkt auf John G. Lake selbst und seine Nachfahren zurückgingen. Bis 1987 leitete Wilford Reidt, Schwiegersohn von John G. Lake, den IAC sowie JGLM mit Sitz in Edgewater, Colorado. Nach dessen Tod übernahm Curry Blake diesen Dienst. Es existiert eine Prophetie von John G. Lake, die ein Jahr vor seinem Tod ausgesprochen wurde und seinen Nachfolger betraf. Reidt und seine Frau Gertrude glaubten, dass Curry Blake dieser junge Mann sei, auf welchen die Prophetie Lakes zutraf, und so übernahm Blake die Leitung des IAC und JGLM.23 Auch Curry Blake gründete weltweit viele Healing Rooms und ist außerdem der Präsident von The International Divine Healing Association (IDHA) und des Divine Healing Institute (DHI). Seit 1997 werden in Dallas, Texas, am Divine Bible Institute (DBI), das dem JGLM angeschlossen ist,24 nach dem Handbuch von John G. Lake sogenannte „divine healing technicians“ (göttliche Heilungstech-niker) ausgebildet. Blake wurde im Jahre 1997 eine Kopie des alten Handbuchs von John G. Lake ausgehändigt, woraufhin er von diesem Zeitpunkt an begann, die Ausbildung der „Heilungstechniker“ nach Lakes eigenen Vorgaben auszurichten.25

Zwischen den Diensten von Cal Pierce und Curry Blake gibt es keinerlei Verbindung. Im Gegenteil! Während beide Dienste für sich beanspruchen, in den Fußstapfen von John G. Lake zu wandeln und seine Vision zu vollenden, betont

11

man auf Curry Blakes Webseite, John G. Lake Ministries, dass keine Ver-bindungen zu den von Cal Pierce gegründeten Healing Rooms in Spokane be-stünden und dass dieser ferner nicht mit dem Material von John G. Lake über göttliche Heilung arbeite.

Theologische Bewertung

Über die unter Pfingstlern und Charismatikern weitverbreitete Auffassung, dass am Kreuz nicht nur alle Sünden, sondern auch alle Krankheiten getilgt wurden, schreibt Funkschmidt: „Diese Auslegung ist eine ausgesprochene Engführung.“26 Obgleich die Bibel das Gebet für Kranke durchaus kennt und verordnet wie bei-spielweise in Jakobus 5, ist ein Heilungsdienst nicht als zentrale Mission der Ge-meinde Christi im Neuen Testament erkennbar. Einen Heilungsdienst in Form von Healing Rooms zu institutionalisieren, ist demnach nicht schriftgemäß.

Funkschmidts zutreffender Befund, der sich auf Kleinschriften, Gespräche und Beobachtungen aus der Praxis der Healing Rooms stützt, macht deutlich, dass die grundlegenden Lehrüberzeugungen dieser neocharismatischen Bewegung eine durchaus wichtige Rolle bei den Heilungstechniken spielen. Diesen Techniken liegt ein falsches Verständnis vom Glauben zugrunde, das auch die Wort-des-Glaubens-Bewegung charakterisiert und das mittlerweile für viele pfingstlich-charismatische Kreise prägend ist.

Die Wort-des-Glaubens-Bewegung ist eine pfingstliche Strömung, die durch den US-amerikanischen Heilungsprediger Kenneth Hagin (1917-2003) sehr erfolgreich über die USA hinaus weltweit Verbreitung fand. Eine Grundannahme des „Wohl-standsevangeliums“, wie die Wort-des-Glaubens-Lehre auch bezeichnet wird, ist die irreführende Überzeugung, ein Christ könne durch im Glauben ausge-sprochene Proklamationen Reichtum, Heilung und Wohlergehen erfahren. Diese Aussage verneint nicht nur die Theologie des Kreuzes, sondern sie widerspricht der Botschaft des Evangeliums (z.B. Lk 9,23-25). Die Lehre, man müsse seinen Glauben mit dem rechten, positiven Bekenntnis verbinden, damit der unsichtbare Segen in der physischen Welt Realität annimmt, hat enorme Popularität erreicht und liegt auch den Healing Rooms mehr oder weniger ausgeprägt zugrunde. Im Falle der Krankheit gilt es „im Glauben“ die Heilung zu „proklamieren“, um die gewünschten Resultate zu erbringen. Die Heilung gilt somit als nahezu gesichert, und bleibt der Patient krank, unterstellt man ihm mangelnden Glauben oder gar eine verborgene Sünde, die es zu bekennen gilt.

(……Anmerkung von Sophia Scholl: Schon häufig begegnete mir in letzter Zeit der Satz: „Wie im Himmel so auf Erden“. Es gibt Leiter, die behaupten, dass es Krankheiten auf der Erde nicht geben dürfe, weil es sie im Himmel auch nicht gibt. Es braucht nicht viel Ahnung um festzustellen, dass das Quatsch ist. In Verbindung mit Krankheit wird hier behauptet, dass wir Christen den Auftrag haben, die Krankheit wegzuproklamieren und das Versprechen gemacht, ganze Städte krebsfrei zu kriegen. Hier darf man sich fragen, was die Bibel dazu sagt, was hier wirklich der Auftrag der Gemeinde ist…………)

Die Evangelical Alliance Commission on Unity and Truth among Evangelicals ACUTE (Kommission der Evangelischen Allianz zu Einheit und Wahrheit unter Evangelikalen) hat sich Anfang der 1990er Jahre mit den fragwürdigen Lehren und Praktiken der Wort-des-Glaubens-Bewegung auseinandergesetzt. Vierundfünfzig evangelikale Leiter, darunter auch Pfingstler und Charismatiker, diskutierten die

12

Exzesse und zweifelhafte Theologie dieser Glaubensrichtung. Andrew Perriman fasste die Ergebnisse der theologischen Untersuchungen im Jahre 2003 in einem Buch mit dem Titel Faith, Health and Prosperity (Glaube, Heilung und Wohlstand) zusammen27 und schlussfolgert: „Die Lehre der Wort-des-Glaubens-Bewegung hat sich als nachweisbar schädlich für ein gesundes Christenleben erwiesen.“28

Da seelsorgerliche Gespräche bei den Healing Rooms nicht ausbleiben, ist davon auszugehen, dass eine zumindest teilweise von der Wort-des-Glaubens-Lehre be-einflusste einseitige Theologie von vielen Hilfesuchenden angenommen wird. Fatal ist eine solche unreflektierte Übernahme unbiblischer Lehren, wenn sie von einer psychosomatischen Besserung der Beschwerden begleitet ist, weil der Hilfesuch-ende dann zu der irrigen Überzeugung kommen kann, es gehe ihm besser, weil die Lehre richtig und folglich biblisch begründet sei. Niemand streitet ab, dass Empathie in Form von Gebet und Hinwendung zu einer Person durchaus wohltun und Symptome lindern kann. Dies hat allerdings nichts mit einer Heilung im Sinne eines biblischen Wunders zu tun.

Ferner trifft man bei den Healing Rooms auch auf die Experten des sogenannten „Befreiungsdienstes“ wie beispielsweise Christoph Häselbarth. Die Lehre des Befreiungsdienstes sieht einen Zusammenhang zwischen dämonischer Belastung und Krankheit. In der Praxis werden dem Hilfesuchenden je nach „Führung“ dämonische Mächte ausgetrieben, Flüche werden gebrochen oder Vorfahrenschuld erkannt und „gelöst“. Diese unbiblische Praxis übersieht, dass Jesus Christus am Kreuz von Golgatha „die Herrschaften und Gewalten [dämonische Mächte] entwaffnet hat und sie öffentlich an den Pranger stellte und an demselben über sie triumphierte“ (Kol 2,15).

Funkschmidt weist begründet darauf hin, dass „das Verhältnis der Healing Rooms zur Bibel eigentümlich“ ist.29 Die Verheißungen der Schrift werden ohne gründliche Auslegung und ohne die Beachtung des Kontextes so gedeutet, dass der Mensch Gottes Wort fast in einer magischen Weise für sich einsetzen kann, um die gewünschte Heilung zu erfahren. Funkschmidt erläutert ferner: „In der Broschüre ‚Liebesbrief vom Vater‘ des Healing Rooms Hanau (2009) werden ca. 60 kurze Satzteile zu einem fortlaufenden Text Gottes an den Leser zusammengefügt. Jeder dieser Satzfetzen wird mit einer Stellenangabe ergänzt. Beim Nachschlagen wird klar, dass es keine Zitate aus der Bibel sind, sondern Paraphrasen und Assozia-tionen. So steht unter den vier Worten ‚Du bist kein Fehler … ‚ als Stellenangabe ‚Psalm 139,14‘. Das Original jedoch lautet: ‚Es war dir mein Gebein nicht ver-borgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde.‘ Das Verfahren ist irreführend, denn der Leser nimmt an, echte Zitate vor sich zu haben.“30 Funkschmidt ist zuzustimmen, dass ein solches Schriftverständnis „unprotestantisch“ ist – und im Grunde ist es auch „unevangelikal“.

Funkschmidt kommt in seinem überwiegend kritischen Artikel zu dem Schluss,

13

dass die Heilungsangebote der Healing Rooms als Krankenseelsorge unter Vorbehalt positiv einzuschätzen sind. „Healing Rooms bieten vielmehr jedem Kranken eine intensive persönliche Zuwendung, die seine Sehnsucht nach Heilung absolut ernst nimmt. Mehrere Personen sind bereit, beliebig oft ausführlich und eindringlich unter Handauflegung für mich zu beten! Und zwar explizit um Heilung, nicht nur um Kraft zum Ertragen der Krankheit.“31 Doch kann – oder sollte – eine solche „intensive persönliche Zuwendung“ nicht gerade auf der Grundlage biblischer Wahrheit geschehen?

Fazit

Wie die geschichtliche Einführung gezeigt hat, gehen die Healing Rooms auf den frühen Pfingstler John G. Lake zurück. Die Pfingstbewegung hat von Anfang an die charismatischen Gaben des Zungenredens und der Heilung nicht nur überbetont, sondern überbewertet. Wie nicht nur die jüngsten Nachforschungen über den Heilungsevangelisten Todd Bentley in der „Lakeland Erweckung“ gezeigt haben, sondern auch alle Recherchen der letzten Jahrzehnte über die sogenannten „Heilungsprediger“, entsprachen die unzähligen vollmundigen Ankündigungen göttlicher Heilungen oder sogar Totenauferweckungen ausnahmslos nicht der Realität. Sobald die angeblichen „Heilungen“ nüchtern und objektiv erfasst und untersucht wurden, verflüchtigen sie sich in die Welt der Phantasie.

Im Falle Todd Bentleys schrieb der Reporter des Magazins WORLD Warren Cole Smith, der die „Heilungen“ des Todd Bentley dokumentieren wollte, nahezu ein Jahr nach der sogenannten Lakeland-Erweckung mit ihren angeblich unzähligen Heilungen in einem Artikel im Mai 2009: „Ist es überhaupt von Bedeutung, dass weniger als ein Jahr nach dem Ende der Lakeland-Erweckung zwei der dreizehn ‚geheilten‘ Personen einer Liste, die von Bentleys Dienst selbst übergeben wurde, tot sind und dass die meisten Heilungen der anderen Personen äußerst un-glaubwürdig sind?“32

Über die „Heilungen“ des Heilungspredigers Morris Cerullo im Jahre 1993 kam nicht nur der britische Doku-Kanal Heart of the Matter (HOTM), sondern auch andere britische Tageszeitungen nach ihren Recherchen zu dem Schluss, dass die Vorstellung von übernatürlichen, göttlichen Wundern durchweg in den Bereich der Phantasterei gehören und Cerullos Aussagen als nicht vertrauenswürdig und un-wahr zu betrachten sind. Cerullo wollte dieses niederschmetternde Ergebnis mit einem Symposium widerlegen. Roland Howard schreibt über die damaligen Vor-gänge in seinem Buch Charismania:

Dieses ‚Symposium’, welches später zu einer Heilungsveranstaltung mutierte, fand im Juli 1993 statt. Cerullo ließ verlauten, dass 450 Ärzte und Leiter anwesend waren, aber verschwieg, dass es sich lediglich um sechs oder sieben Ärzte unter den 450 Anwesenden handelte und dass jene Ärzte, die sich kritisch über Cerullo

14

geäußert hatten, nicht eingeladen worden waren. Tatsächlich wurde vor dem Symposium ein ärztlicher Ausschuss gebildet, um die angeblichen Wunder-heilungen aus dem Jahre 1992 näher zu betrachten. Indes wurden – so Dr. M. J. Soole, ein Mitglied dieses Ausschusses – lediglich drei Heilungen detailliert dis-kutiert, und es gab eine Reihe von Problemen, um eine ‚unwiderlegbare Doku-mentation’ der angeblichen Heilungen zu erstellen.“33

Der so genannte „Toronto-Segen“ nahm seinen Anfang in der Toronto Airport Christian Fellowship (TACF), einer charismatischen Gemeinde in Toronto, Kanada, welche John Wimbers Vineyard-Bewegung angehörte und bis heute unter der Leitung von Pastor John Arnott steht. Im Januar 1994 kam es unter dem charismatischen Gastprediger Randy Clark zu einer „Erweckung“, welche von ekstatischer Anbetung, hemmungslosem Lachen, Umfallen sowie anderen Mani-festationen begleitet war. Obwohl übernatürliche Heilungen nicht im Mittelpunkt dieser Erweckung standen, ließen Berichte von Heilungen nicht lange auf sich warten.

Während den „Erweckungsversammlungen“ in Toronto unter dem Hauptpastor John Arnott wurde angeblich eine Reihe von Personen geheilt. Guy Chevreau fasste drei dieser Heilungen in seinem Buch Catch the Fire zusammen. Der kana-dische Charismatiker und Professor für Theologie James Beverley untersuchte genau diese drei „Heilungen“, weil er sie als Beispiel für übernatürliches Wirken Gottes in heutiger Zeit dokumentieren wollte. Beverley, der als Charismatiker an Heilungswunder glaubt, zog einen Mediziner zu Rate, um die „Heilungen“ objektiv zu untersuchen. Das Ergebnis seiner Recherchen war ernüchternd! Er musste einräumen, dass keine der drei Personen tatsächlich geheilt worden war:

Es kostet einen Preis, wenn die Leiter der Vineyard-Bewegung Heilungen bezeugen, bevor sie medizinisch bestätigt und über einen längeren Zeitraum gesichert wurden. Im Fall von Stark und Lilliman werden die Probleme deutlich, welche übereilte und voreilige Schlussfolgerungen nach sich ziehen… Der Fall von Heather Harvey (Hopkinsville) zeigt die Notwendigkeit auf, dass charismatische Gruppen sich bereit erklären sollten, medizinische Gutachter zu finanzieren, um wundersame… Berichte zu bestätigen. Wenn medizinische Studien erforderlich werden, um Ereignisse genau abzuklären, ruht die Beweislast auf jenen, welche die Behauptungen aufstellen [eine Person, sei geheilt worden].“34

Bis heute sind die Berichte dieser „Heilungen“ in Guy Chevreaus Buch Catch the Fire unverändert nachzulesen! Und Tausende und Abertausende leichtgläubiger Christen schenken diesen Berichten Glauben, weil sie die tatsächlichen Ereignisse, wie sie von James Beverley faktisch nachgewiesen wurden, überhaupt nicht ken-nen.

Doch noch einmal zurück zu den Anfängen der Heilungsräume in Spokane. Es wurde von Seiten der Anhänger der Heilungsräume immer wieder auf die Behauptung hingewiesen, dass die Stadt Spokane in der Zeit von 1915-1920 laut

15

offiziellen Regierungskreisen die „gesündeste Stadt Amerikas“ gewesen sei und dass es ferner an die 100.000 dokumentierte Heilungen gegeben habe. Geht man diesen Aussagen jedoch nach, findet sich in den offiziellen Unterlagen der Stadt Spokane nicht eine einzige Bestätigung für diese Behauptung. Besonders was Heilungen betrifft, ist dies verwunderlich, da ein Tuberkulosekrankenhaus gerade zur Zeit von John G. Lake in Spokane eröffnet wurde und die Tuberkuloserate zur Zeit des Wirkens von John G. Lake auf stabilem Niveau verharrte.

TB war in jener Zeit die dritthäufigste Todesursache und die Statistiken zeigen, verglichen mit dem Rest der USA, keine signifikant niedrigeren Werte in Spokane. Auch finden sich in den Unterlagen der Stadt Spokane keine Hinweise darauf, dass diese Stadt die „gesündeste Stadt der USA“ gewesen sein soll, wie von den Ver-tretern der Healing Rooms immer wieder beteuert wird. Wäre es für eine Ein-richtung wie die Healing Rooms nicht von entscheidender Bedeutung gewesen, ihre Behauptungen dokumentieren zu können? Schließlich sollten von 100.000 an-geblichen Heilungen zumindest so viele beschrieben und bestätigt worden sein, dass es ein Leichtes wäre, dieses wundersame Wirken Gottes zu beweisen. Doch weit gefehlt, es bleibt bei dem Mythos, an dem verblendete Charismatiker be-harrlich festhalten.35

Dies offenbart das grundlegende Problem vieler Pfingstler und Charismatiker, die moderaten Vertreter ausgenommen. Von einer Theologie fehlgeleitet, die Zeichen und Wunder in den Mittelpunkt rückt, geraten sie unter einen Geist, der sie die Wahrheit nicht mehr wahrnehmen lässt. Roland Howard kommt zu dem Schluss: „Es ist erstaunlich, wie die Teilnehmer von Heilungsveranstaltungen ihren Kopf in den Sand stecken, und es ist ebenso bemerkenswert, was für trügerische und irreführende Behauptungen bezüglich Wunderheilungen aufgestellt werden.“36

Dieser trügerische und irreführende Geist der Schwärmerei wirkte in John G. Lake. Er wirkt in Cal Pierce und Curry Blake. Er wirkt in Todd Bentley, Morris Cerullo und John Arnott. Und er wirkt in unzähligen leichtgläubigen Christen, die über kein Unterscheidungsvermögen mehr verfügen und die sich diesem ver-führerischen Geist geöffnet haben.

Es muss außerdem zu denken geben, wenn Cal Pierce berichtet, wie er am Grabe von John G. Lake um Führung Gottes betete. Fast könnte man den Eindruck bekommen, Pierce wollte auf irgendeine Weise in Kontakt mit dem Geist John G. Lakes kommen, um dessen „Salbung“ für seinen Dienst zu empfangen. Ein solches Vorgehen, das an die Kontaktaufnahme mit Toten erinnert, was in der Bibel übrigens strengstens untersagt ist, wurde mehrfach von charismatischen Heilungs-evangelisten berichtet. Auch der sehr bekannte Heilungsprediger Benny Hinn betete am Grab der umstrittenen charismatischen Heilungsevangelistin Kathrin Kuhlman (1907-1976).37 Hinn berichtete, wie er am Grab von Aimee Semple McPherson seine besondere Kraftausrüstung empfing. „Ich fühlte eine unglaub-liche Salbung… Ich zitterte am ganzen Leib… zitterte unter der Kraft Gottes…’ Oh

16

Gott’ sagte ich, Ich fühle die Salbung…Ich glaube, die Salbung schwebte über Aimees Körper.“38 Hier ist die Nähe zum Spiritismus nur allzu offenkundig.

Legt man die Maßstäbe der Schrift an die Theologie der Healing Rooms an, muss man zu dem Schluss kommen, dass diese Bewegung frappante Defizite aufweist. Funkschmidts gründliche Recherche und überaus zutreffende Beurteilung kann der Autor des vorliegenden Artikels in jeder Beziehung bestätigen als jemand, der die pfingstlich-charismatische Bewegung seit nunmehr fast drei Jahrzehnten intensiv studiert und in Theorie und Praxis kennengelernt hat. Die wichtigsten Kritikpunkte an der Theologie der Healing Rooms werden in den folgenden Punkten zu-sammengefasst. Die Theologie der Healing Rooms

verengt ihre Lehre zu sehr auf Heilung

wirkt gemeindeunabhängig und verkennt damit den hohen Stellenwert der

Gemeinde und Gemeinschaft der Gläubigen

vermittelt einseitig den Eindruck, nur Heilung könne die rechte Antwort

auf Krankheit und Leid sein

propagiert ein falsches Glaubensverständnis

bedient sich der unbiblischen Praxis des Befreiungsdienstes (Exorzismus)

ermangelt einer gründlichen Auslegung der Schrift

stellt menschliche Leistung (positives Denken, Bekennen) in den

Vordergrund

weist Tendenz zu generellen Heilungsversprechungen auf

Angesichts der Lehre und des Geistes, die die Healing Rooms charakterisieren, muss man vor den Healing Rooms warnen, auch wenn die intensive seelsorgerliche Zuwendung am Kranken als positiver Aspekt zu werten ist. Um tatsächliche Heilungen unter Beweis zu stellen, wäre es geboten, eine lückenlose und wissen-schaftlich haltbare Dokumentation von Heilungen einzufordern, die von unab-hängigen Medizinern bestätigt werden kann.

Die mit den Healing Rooms verbundenen Lehren sind aus Sicht des Verfassers der vorliegenden Broschüre ein Teil der endzeitlichen Verführung durch falsche Apostel und Propheten, die ein anderes Evangelium verkünden. Der Apostel Paulus mahnte die Korinther vor fast 2000 Jahren: „Denn wenn der, welcher [zu euch] kommt, einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so habt ihr das gut ertragen“ (2Korinther 11,4). Darum gilt es, allen anderen Geistern zu widerstehen, damit nicht ein anderer Jesus und ein anderes Evangelium – ganz gleich wie scheinbar attraktiv, vollmächtig, verlockend und vielversprechend dieses sich nach außen präsentiert – zur Leitlinie des Handelns in der christlichen Nachfolge wird und letztlich zu einem Abirren von der gesunden Lehre der Apostel führt.

17

                                                                Kreuz und Krankheit: „Healing Rooms“

Wiederbelebung einer pfingstlichen Sonderströmung in der Neocharismatik

Georg Walter

IMPRESSUM

Autor und Herausgeber:

Georg Walter

Flößerstr. 40 75339 Höfen

Email: distomos.info@gmail.com

© 2012

Anmerkungen

1 idea-Meldung, Was ist von „Heilungsräumen“ zu halten? 4.4.2012.

2 – 6 Ebd.

7 International Dictionary of Pentecostal And Charismatic Movements, Zondervan, 2003, S. 439.

8 Gordon Lindsay brachte die Zeitschrift Voice of Healing heraus, in welcher viele „Heilungszeugnisse“ veröffentlicht wurden und die Termine der damals populären Heilungsprediger bekannt gegeben wurden. Lindsay war von 1948 – 1949 der Organisator für die Versammlungen des umstrittenen Heilers William Branham. Im Jahre 1970 gründete Lindsay die Bibelschule Christ for the Nations, aus welcher das charismatische Glaubenszentrum Bad Gandersheim hervorging.

9 Andy Butcher, Heilungsdienst öffnet nach 80 Jahren wieder seine Pforten. In Charisma News Service, 6. November 2000. URL: http://www.gloryworld.de/pdf/Leseprobe%20Cal%20Pierce%20-%20Eine%20Vision%20fuer%20Heilungsraeume.pdf.

10 Cal Pierce, Eine Vision für Heilungsräume, Glory World Medien, 2011, S.18.

URL: http://www.gloryworld.de/pierce/pierce_kap1.htm.

11 Ebd., S.18.

12 URL: http://healingrooms.com/index.php?page_id=425.

13 URL: http://www.healingrooms.com.au/hra-history/healing-rooms-history.

14 URL: https://healingrooms.com/index.php?src=content&cid=33&display_answer=0&number=6#6.

15 URL: https://www.ssl-id.de/shopde.gloryworld.de/pi12/pd25.htm.

16 Ebd.

17 URL: http://healingrooms.com/index.php?page_id=425.

18 URL: http://www.healingrooms.de/presse/healing_rooms_in_deutschland.html.

19 URL: http://www.heilungsraeume-hannover.de/pages/berichte.html.

20 URL: http://www.healingrooms.de/presse/healing_rooms_in_deutschland.html.

21 Charisma, Juli/September 2006, S.10 URL: http://www.charisma-magazin.eu/charismapdf/Charisma137.pdf.

22 URL: http://www.healingrooms.de/.

23 URL: http://www.jglm.org/index.php?option=com_content&view=article&id=122:prophecy-from-john-g-lake&catid=47:jglm-resources&Itemid=91.

24 URL: http://www.jglm.org/index.php?option=com_content&view=article&id=226:general-dbi-information&catid=43:about-ibac&Itemid=106

25 URL: http://www.jglm.org/.

26 Kai Funkschmidt, „Wir beten zu bestimmten Öffnungszeiten“ – Die neucharismatische Bewegung der „Healing Rooms“. In: Materialdienst 4/12, S.127.

27 Andrew Perriman (Hrsg.), Faith, Health & Prosperity – A Report on »Word of Faith« and »Positive Confession« Theologies by The Evangelical Alliance (UK) Commission on Unity and Truth among Evangelicals, Paternoster Press, Carlisle, Cumbria/UK, 2003.

28 Ebd., S.211.

29 Kai Funkschmidt, „Wir beten zu bestimmten Öffnungszeiten“ – Die neucharismatische Bewegung der „Healing Rooms“. In: Materialdienst 4/12, S.130.

30 Ebd., S.130.

31 Ebd., S.133.

32 Warren Cole Smith, Heal or heel? 23.5.2009. URL: http://www.worldmag.com/articles/15373.

33 Roland Howard, Charismania, Mowbray, London, 1997, S.66.

34 James A. Beverley, Holy Laughter and the Toronto Blessing – An Investigative Report, Zondervan Publishing House, Michigan, 1995, S.120.

35 Der apologetische Dienst von let us reason in den USA hat hierzu gründlich recherchiert.

URL: http://www.letusreason.org/Popteach45.htm.

36 Roland Howard, Charismania, Mowbray, London, 1997, S.67.

37 Zu Kathrin Kuhlman siehe: URL: http://www.bibelkreis.ch/Charsimatik%20PDF%20ab%2007.09.02/Kuhlman,%20Kathryn.pdf

38 Christian Information Bureau, Bulletin, Jan. 1992, Vol. 8, Nr. 1, S.2. Info-Bulletin von Dave Hunt.