So hat Jesus mich frei gemacht- das Zeugnis von Ulrike J.

Niemand wird eine Biografie vorzuweisen haben in der alles positiv verlaufen ist. So sieht es auch bei mir aus. Ärmliche Verhältnisse, Alkoholsucht meines Vater, mit herben Auseinandersetzungen (da flogen auch schon mal Kochtöpfe an meiner Mutter Kopf, es wurde viel geschrien und geweint), haben sicher dazu beigetragen, dass ich mich oft von dort „hinaus geträumt“habe.

Allerdings haben wir alle ja diese unsägliche Sehnsucht, ja, wonach? Das weiß ich jetzt, weil ich Jesus kenne und nur Er, gibt mir, was ich brauche, Damals spielte Gott keinerlei Rolle in unserer Familie. Einzig am Heiligabend saßen wir in unserer Kirche und ich glotzte gedankenverloren das Innere dieses Gebäudes an.

Ich war also ein Träumer, der gern in andere Rollen schlüpfen wollte. Huckleberry Finn wurde mir in dieser Zeit ein wunderbares Vorbild für Freiheit. Im Übrigen fand ich es ziemlich übel, dass ich ein Mädchen war; machte auch nur Sachen, die Jungen so taten. Da meine Eltern schon ziemlich alt waren, und sicher auch wegen der häuslichen Vorfälle,wurde ich einerseits verwöhnt, jedoch andererseits bei  Kleinigkeiten zu unrecht bestraft, je nachdem, wie meine Mutter gerade agieren konnte. Papa, na ja, der sagte nichts und ich hatte keinerlei Achtung vor ihm. Er war viel zu beschäftigt mit seinen Sorgen und Nöten.

 

Orientierungslos und ohne Zutrauen auf irgendwelche Fähigkeiten, teilweise wohl durch die ständigen Korrekturen („So doch nicht“, „Das kannst du nicht“ usw.), lebte ich in einem gewissen Dämmerzustand vor mich hin. In der Schule war ich auch ein „Versager“. Ich wollte alles richtig machen, aber das meiste wurde falsch. Ich verstand gar nichts. Als Bettnässer schämte ich mich dazu noch mehr.

 

Anders wurde alles, als ich begann im Verein zu schwimmen. Als Naturtalent war ich schnell sehr erfolgreich, gewann viele Preise und es wurden ernsthafte Pläne geschmiedet für die Olympischen Spiele 1972 in München. Nur mir stand danach gar nicht der Sinn. Ich hatte einfach Freude am Schwimmen und so meine Kraft anwenden zu können und meinen Körper zu spüren. Wasser war mein Element geworden. Ehrgeiz fehle mir vollkommen. Siege ließen mich kalt.

 

 

Wieder begann eine andere Zeit. Ich lernte die Verliebtheit kennen und das war noch schöner als zu schwimmen. So ließ ich das Wasser hinter mir und lief den „tollen Jungen“ (jungen Männern) nach. Dabei gab ich dann alles und blieb trotzdem allein! In dieser Phase hatten meine Eltern viele Sorgen und großen Kummer um mich, denn oft war ich tagelang verschollen. Meine Mutter besorgte mir einen Ausbildungsplatz zur Zahnarzthelferin, denn ich wusste überhaupt nicht, was ich werden sollte. Da ich mich auf der Stelle in meinen Chef verliebte, war es ein großes Glück, ihm zu assistieren. Ich war in seiner Nähe und es war das Beste! Und weil ich sehr geschickt war, durfte ich oft in seiner Nähe sein.

 

 

Irgendwie gerieten mein jetziger Mann und ich in die Drogenszene und mein Chef wurde nun uninteressant. So brach ich die Ausbildung ab,, heiratete schon nach knapp 5 Monaten und dachte, dass ich nun den Himmel auf Erden gewonnen habe! Diese Illusion musste ich schon bald begraben, denn was mein Mann auch versuchte, er konnte mich nicht zufrieden stellen. Der Konsum von Haschisch machte uns total lethargisch. Zwar schmiedeten wir Pläne, aber nichts davon konnten wir umsetzen. In dieser Zeit bekamen wir zwei Töchter, konnten aber nur das Allernötigste für sie tun.

Durch den Konsum von LSD erkannte ich zum ersten mal, dass es einen Schöpfergott und auch Satan gibt,…. aber dass Gott sich nach einer persönlichen Beziehung mit mir sehnt wusste ich natürlich nicht.Schreckliche Erlebnisse durch LDS führten dazu, dass ich aufhörte, es zu konsumieren. Unser Unglück wurde größer, aber wir kannten keine Hilfe heraus aus diesem Dilemma. Tief in uns wussten wir jedoch von unserer Abhängigkeit.

 

Eines abends, als mein Mann Wilfried so glücklich und zufrieden strahlend nach hause kam, wollte ich diese „Droge“ auch, die er ja wohl genommen haben musste.

Mein Mann aber sagte, dass dies alles durch Jesus kam, dem er begegnet war.

Nun wollte auch ich den Jesus haben, glaubte aber, ich wäre zu schlecht, Gott wolle mich wohl nicht haben, denn Freude, Frieden, all die Gefühle, die Wilfried hatte, waren bei mir nicht da. Doch dann hörte ich eine Predigt.

Gott persönlich sprach zu mir. Ich verstand nun, dass es um Gnade geht, um Gottes unverdiente Liebe zu mir. Wir begannen, uns mit anderen Christen zu treffen und stellten nach Tagen fest, dass wir vergessen hatten, Haschisch zu konsumieren!

Diese Gier war einfach weg und wir wunderten uns sehr darüber, denn vorher war der erste und der letzte Gedanke am Tag immer, woher, wie und wann bekommen wir etwas zu rauchen.

Unsere Gemeinde bestand aus wenigen Leuten und schon bald entdeckte ich dort meine(handwerklichen) Fähigkeiten. Ich konnte mich so richtig ausleben. Allerdings hatte ich große Probleme, Lob anzunehmen; das rief in mir unbekannte Gefühle hervor und denen wollte ich mich nicht aussetzen.

Heute weiß ich natürlich, dass alles von Gott kommt, auch meine Begabungen und kann somit Gott die „Blumensträuße“ weitergeben. Es war auch so mit diesen „Basteleien“ so wie auch beim Schwimmen; der Weg war das Ziel. Ich werkelte einfach gern, es machte mir Freude, kreativ zu sein.

Schon bald wurde ich in die Kinderarbeit „gestoßen“. Auch das war sehr schön, nur mein Herzenswunsch dabei war nicht, die Liebe Gottes und die Verlorenheit ohne Jesus zu vermitteln, sondern die Stunden sollten gut und geplant ablaufen. Ich mochte die Kinder sehr und wollte, dass sie eine schöne Stunde hatten und das war mein höchstes Ziel.

Und überhaupt, Jesus war für meine Sünden gestorben und ich käme in den Himmel, das war klar, aber Veränderung an mir durch Heiligung, das verstand ich nicht.

„Ich bin eben so!“, das war meine Antwort und der Himmel ist genug; es ist doch alles Gnade. Was in der Bibel stand, verstand ich kaum und so las ich auch ungern dort.

Ich wurde zu Geschwistern geschickt um ihnen Anweisungen zu geben wie: „Lass dich doch endlich taufen“, oder „Jetzt solltet ihr aber auch heiraten!“ Dies habe ich dann auch gemacht, obschon ich selber gar nicht dahinter stand.

Durch ein Buch über Geistlichen Missbrauch änderte dich alles. Ich verweigerte mich völlig und dachte: „Nun bist du hier unten durch.“ Das Verhalten meiner Geschwister kam jedoch nur durch die Unfähigkeit mit mir umzugehen. Heute verstehe ich das, aber damals empfand ich Ablehnung. Schließlich funktionierte ich ja nicht mehr.

So entfernte mich mehr und mehr von der Gemeinde, denn ich hörte fortwährend nur noch: „Du musst …,“ „du darfst nicht …!“ Es war sicherlich gar nicht so, aber ich achtete nur noch darauf und beschloss, mich in diesem Hamsterrad nicht weiter drehen zu lassen.

Auch sammelte ich nun alle Fehler und Ungerechtigkeiten der Geschwister und zog mich mehr und mehr zurück. Dadurch entfernte ich mich auch von Gott und fiel in alte Gewohnheiten, in mein altes Leben, zurück.

Endlich Freiheit, dachte ich und begann wieder zu trinken, zu Kiffen.

Dann wurde ich manisch (himmelhoch jauchzend) und meine Familie zwang mich, in die Psychiatrie zu gehen. Ich litt sehr darunter und glaubte, sie wollen mich loswerden. Ich war total durcheinander und hasste sie dafür, denn anscheinend gönnten sie mir mein Glück nicht.

So vergingen einige Wochen dort und es war gar nicht so schlimm. Wieder zuhause begann das Spiel von neuem. Kiffen, trinken, zurück in die Klinik. Nur diesmal konnte ich dort nicht schlafen. Es ging mir von Woche zu Woche schlechter und schlechter.

In großer Verzweiflung schrie ich: „Hilf mir Gott!“

Sofort wurde mir klar, dass ich nun Dinge zu klären hatte. Und ich hatte viel zu bereinigen: Einer Tante hatte ich ca. 15.000 € gestohlen, habe gelogen und …, alles aufzuzählen würde diesen Rahmen sprengen.

Es brauchte viel Mut, meine Verfehlungen zuzugeben, denn mein „gutes“ Bild würde dabei zerstört. Überraschenderweise reagierten diese Belogenen und Bestohlenen ganz anders als ich dachte. Liebevoll vergaben sie mir. Das war der Hammer!

Zu dieser Zeit hatte ich wenig Kraft, war sehr Vergesslich, auch die Schlaflosigkeit hörte nicht auf. Einige Christen wollten wieder und wieder um Heilung für mich Beten. Dadurch keimte Hoffnung in mir auf, die jedoch nicht erfüllt wurde, aber ich hatte so innige Gemeinschaft mit dem Herrn wie niemals zuvor. Meine Kraft war zwar dahin, aber Gott wurde größer und größer in mir und mein Erstreben wurde mehr und mehr:

„Lass dir an seiner Gnade genügen!“

Bibelverse, die ich vorher nicht verstand, machten nun Sinn und auf wunderbare Weise kamen sie mir in den Sinn und wurden lebendig. Wann immer ich es schaffte, las ich nun gern Gottes Wort.

Dadurch bemerkte ich auch, dass in unsere Gemeinde „neue“ Lehren getragen wurden, die dem Wort Gottes widersprachen. Wenn ich diese Geschwister darauf ansprach, wurde ich belächelt oder bekam zu hören: „So ein Unsinn, dir fehlt nur der rechte Glaube!“ Zunächst hatten wir vor, uns eine andere Gemeinde zu suchen, aber wohin sollten wir gehen? Gibt es denn eine bibeltreue Gemeinde in unserer Nähe?

Unser Pastor jedoch blieb in der Lehre der Apostel. So blieben wir dann dort und suchten Gespräche. Wenn Bibelverse zusammenhanglos zitiert wurden, konnten wir darauf aufmerksam machen, dass sich im Zusammenhang eine ganz andere Aussage ergibt.

Ein Beispiel: „Wie im Himmel, so auf Erden!“ Dies soll angeblich bedeuten, dass es hier auf Erden so sein soll wie im Himmel! Es steht aber dort: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden!“Dies bedeutet ja, dass ich, wenn ich das bete, mich seinem Willen beugen will, nicht aber, dass ich den Himmel auf die Erde holen kann.

Man könnte nun sagen: „Es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein!“, aber steter Tropfen höhlt bekanntlich auch den Stein!

Darum forschen wir weiterhin in der Schrift, bleiben im Gebet, decken Irrlehren auf und suchen Gespräche!

Die Lügen müssen aufgedeckt aber es braucht Liebe, Geduld, viel Gebet und Weisheit von Gott für das passende Wort zur richtigen Zeit um die verführten Geschwister zu erreichen.

Wir machen weiter und kämpfen den guten Kampf des Glaubens. Unser Gott ist noch unter uns!

Allerdings würden wir die Gemeinde sofort verlassen, wenn diese „Lehren offiziell würden.

Wer Stehe, siehe zu, dass er nicht falle!

Ulrike J.

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