Ein Ungläubiger unter Glaubenden?

Es ist schon eine komische Position. Da ist man als Kind gläubiger Eltern aufgewachsen, mit allem was dazu gehört. Lebensübergabe mit 7 Jahren, Beten, Bibel, Gemeinde….eben alles was dazu gehört, Taufe als Teenager…Jugendkreis, Freizeiten….ich bin ein Gemeindekind!!!!

Und doch war ich immer ein Gläubiger unter Ungläubigen, auf der Durchreise in dieser Welt mit Heimat im Himmel. Ist man mal Aussenseiter gewesen, wusste man Jesus bei sich, der durch alles mitging.

Heute hat sich irgendwie die Perspektive verdreht. Früher war ich unter Christen zu Hause und die Gemeinde war mein Schutzraum zum Atemholen….Geborgenheit und Zuverlässigkeit.

Heute muss ich in der Gemeinde fast mehr aufpassen, als in der Welt da draußen. Letztere ist nämlich irgendwie gleich geblieben, weder schlimmer noch besser, aber immerhin besser einzuschätzen.

Aber was ist mit den Gemeinden passiert? Vom Wind jeder Lehre umhergeworfen, neue Trends werden kritiklos applaudiert, Hauptsache Kunst und Kultur und Unterhaltung.

Jede Woche finde ich erschreckende Dinge, die bei uns in den Gemeinden begeisterte Anhänger finden.

Dabei ist das, was wir haben wollen doch gar nicht neu….

Wir wollen einen respektvollen Umgang miteinander….nicht erst seit der „Kultur der Ehre“.

Wir lehren unsere Kinder die Stimme Gottes zu hören, wir haben es selber gelernt, auch ohne Hilfsmittel wie „Kartenziehen“.

Wenn man sich die Flyer christlicher Konferenzen anschaut , fühlt man sich unweigerlich an die Waschmittelindustrie erinnert. „Jetzt mit NOCH mehr Kraft“….Okay, wahrscheinlich muss ich echt diese Veranstaltung besuchen, denn dann komme ich endlich auf eine neue Ebene, werde endlich gesund und erlebe endlich den heiligen Geist einmal SO RICHTIG.

Gott hat uns zu seinem Ebenbild geschaffen, auch mit der Möglichkeit zum Freuen und lachen. Trotzdem wünsche ich mir einen Teenager, der einfach glücklich ist, und das ohne Hilfsmittel wie Alkohol oder „heiliger Geist“

( Wobei ich ehrlich sagen muss, da wäre mir ein Biervollrausch fast lieber,…hat was ehrliches)

Die Trunkenheit im Geist, die -wie ich immer wieder mitbekomme- auch durch Fässer oder Eimerchen „eingenommen“ wird ist mit Sicherheit nicht heilig….

Ja muss ich jetzt meinen Kindern eine christliche Jugendfreizeit verbieten, weil sie dort unter christlichem Etikett zum Vollrausch angeleitet werden?

Wie sollen unsere Kinder Unterscheidungsfähigkeit lernen, wenn in unseren Gemeinden vorne jeder sagen kann was er will, egal wie unbiblisch das ist, (siehe Video von Seth Dahl, dem Kinderdienstleiter von Bethel) und das ist nicht nur in den USA von Bedeutung, wir Deutschen laden diese Leiter zu uns ein, kaufen ihre Bücher, lassen unser Denken von ihnen verändern. Bill Johnson sagt, wir brauchen „neue Wahrheiten“ und wir nehmen sie dankbar, zahlen teure Reisekosten und Hotels, saugen jedes Wort auf und gieren nach dieser Salbung, deren fragwürdige Aspekte wir lieber schnell verdrängen.

Nur schade, dass viele unserer Gemeinden keine Zuflucht mehr sind, wie ich sie mir für meine Kinder wünsche.

Bleibt der Trost, dass es so kommen muss. Der Herr hat es in der Hand, er lässt diese Zeit zu um seine Gemeinde auf Jesus Widerkunft zuzubereiten. Mit dem Anfang hat er auch das Ende bestimmt und wir dürfen nicht nachlassen, zu beten, dass Augen geöffnet und Menschen von den Fesseln frei werden.

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: